[Turnierbericht Claudia] Reitturnier Pfungstadt – zwei Mal 6,0

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Hallo ihr lieben,

gestern war ich mit Dragon auf dem Turnier in Pfungstadt. Und irgendwie war es auch eine sehr passende Zusammenfassung zu unserem aktuellen Leistungsstand und unseren Herausforderungen.

Freitag

geflochtene_Zoepfe

Der Freitag stand im Zeichen der Turniervorbereitung. Wobei ich ehrlich gesagt nur einflechten musste. Denn Lara und Luisa sind am Freitag bei mir geblieben und haben mir geholfen die Sachen sauber zu machen.

Sattel_putzen
Luisa putzt den Satteln

Erst sind wir zusammen geritten, haben gemeinsam gefüttert und dann erst einmal Essen bestellt, was wir dann während der Turniervorbereitung zusammen aßen.

Essen_bestellt

Für mich war der Freitag fast das Highlight des Turniers. Denn ich genieße die gemeinsamen Abende vor den Turnieren total. Da ist die Vorfreude groß und man hat in Ruhe Zeit über alles zu quatschen. Andere Mädels gehen zusammen shoppen, in eine Bar was trinken oder treffen sich zu Hause zu einem Mädelsabend. Unsere Mädeslabende finden dann halt an den Freitagen zur Turniervorbereitung statt. Und ich kann euch sagen, dieser Mädelsabend war wieder ganz besonders schön! Danke euch zwei <3.

Turniervorbereitung

Samstag

Am Samstag war ich dann schon kurz vor 5 Uhr um Stall, um die Pferde zu füttern und Dragon fertig zu machen. Als ich kam, lagen die Pferde noch. Ich hatte dann ein ganz schlechtes Gewissen, dass ich sie geweckt habe.

Neue Reithandschuhe

Als ich dann auf den Stallbetreiber und Dragons Besitzer wartete, fiel mir ein, dass ich noch ganz dringend neue Reithandschuhe brauche, weil meine Alten einfach keinen Grip mehr haben. Die rutschen mir einfach durch. Und so kaufte ich mir schnell weiße Reithandschuhe von Haukeschmidt mit Magic Tack Verschluss. Unser Stallbesitzer hat auch einen kleinen Onlineshop und da kaufen wir dann oft unsere Sachen wie Reithandschuhe, Reithosen uvm..

Haukeschmidt

Verladen & Abladen

Dann war es Zeit zum Verladen. Und wisst ihr was. Ich konnte heute Dragon das erste Mal ganz ohne Hilfe verladen. Zwar brauchte ich noch eine Gerte, um ihn hinten leicht anzutippen, doch dann lief er ganz brav rein und wartete bis ich nach hinten gegangen und die Stange zugemacht habe. Und auch auf dem Turnier lief er dann brav in den Hänger, ohne dass ich die Gerte brauchte :-D.

Und auch das Abladen klappt inzwischen wie am Schnürchen. Ich mache ihn vorne los, lege den Führstrick über den Hals, gehe nach hinten, öffne die Klappe und die Stange, gebe ihm ein Zeichen und dann läuft er ganz langsam Schritt für Schritt raus, sodass ich ihn dann ganz bequem festhalten kann.

Meine erste Fahrt aufs Turnier

Und es gab noch eine Premiere. Denn obwohl der Stallbetreiber mitgekommen ist, durfte ich fahren. Und somit bin ich gestern das erste Mal alleine aufs Turnier gefahren :-D. Das war irgendwie ein schönes Gefühl!

Fertigmachen auf dem Turnier

Und ich muss Dragon noch ein Lob aussprechen. Ich habe noch nie ein so braves und entspanntes Pferd auf dem Turnier erlebt! Zum einen steht er wie ein Lamm auf dem Hänger, wenn wir an der Meldestelle sind oder beim Essen und frisst in aller Seelenruhe sein Heu. Zum anderen ist er auch super brav beim Fertigmachen. Nach dem Verladen binde ich Dragon am Hänger an, mache die Gamaschen ab und putze nochmal über. Dann Sattel und Trense ich ihn und Hänge nur noch das Halfter über den Hals.

Erst dann mache ich mich fertig. Dragon steht in dieser Zeit geduldig am Hänger beobachtet die anderen Pferde. Nach dem Reiten, mache ich dann erst nur schnell das Halfter über den Hals, ziehe schnell mein Jackett aus und mein T-Shirt über. Erst dann Trense ich Dragon ab. Natürlich ist dann der Sattelgurt schon gelöst und die Riemen an der Trense locker.

Der Grund dafür ist nämlich, dass nicht nur ich das Talent dazu habe mich einzusauen, sondern auch Dragon es immer wieder schafft, mich dreckig zu machen. Und damit ich meine Sachen wenigstens zwei Prüfungen tragen kann, muss ich sie so gut es geht sauber halten.

Denn gestern zum Beispiel hatte ich Dragon schon fertig und ich mich umgezogen. Ich wollte nur noch meine Schuhe in die Sattelkammer stellen und dann aufsitzen. Doch selbst in der kurzen Zeit hat es Dragon geschafft mich vollzusabbern, Da er aber zuvor Heu und Gras gefressen hat, hatte ich schon vor dem ersten Start einen Grasfleck auf der Hose… .

Meine Turnierfrisur

Bei jedem Turnier habe ich das Problem mit meiner Turnierfrisur. Denn wenn nicht gerade eines der Mädels dabei ist, die mir eine Frisur machen kann, muss ich mir eine suchen. Und so fragte ich nach Ankunft direkt die Mama von meiner Hängernachbarin, ob sie mir meine Haare machen könnte. Und sie hat ihre eigene Turnierfrisur für langes und dickes Haar entwickelt. Denn sie flechtet 5 einzelne Zöpfe, die sie dann zu einem großen Zopf zusammenflechtet und dann eindreht. Ich liebe diese Frisur! Denn sie sieht nicht nur super schön aus, sondern hält sehr gut.

Turnierfrisur

An dieser Stelle noch mal ein herzliches Dankeschön! (Namen habe ich hier mal nicht verwendet, weil ich nicht weiß, ob ich die Namen nennen darf.)

Wie gefällt euch die Frisur?

A-Dressur – Aufgabe A3

Um 8 Uhr begann dann die A-Dressur. Ich war 3. Paar und musste hinten reiten. Und zum dritten Turnier hat es dann endlich geklappt, dass ich mit derjenigen zusammenreiten durfte, mit der ich eigentlich die letzten zwei Turniere gemeinsam in einer Abteilung gewesen wäre (auch hier gilt es, dass ich nicht weiß, ob ich die Namen verwenden darf). Das ist die liebe Familie, die mir das letzte Mal mein Protokoll mitgenommen hat. Und auch dieses Mal haben sie mein Protokoll mitgenommen. Denn wie durch einen Zufall parkten sie mit dem Hänger genau neben uns. Und da wir nach der ersten Prüfung nochmal in den Stall gefahren sind, und die Prüfung noch lief, wollte ich das Protokoll später holen. Als die Familie dann nach der Siegerehrung an den Hänger kamen (sie wurde dritte :-D) und gesehen haben, dass unser Auto weg ist, haben sie mein Protokoll auch wieder mitgenommen und es mir geschickt. Wegen des vielen Regens waren sie nicht sicher, ob wir noch mal kommen würden. Auch hier noch Mal ein ganz großes Dankeschön! Ich finde das soooo super lieb. Ich weiß gar nicht, wie ich den beiden dafür danken kann. An dieser Stelle auch herzlichen Glückwunsch zum 3. Platz und viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen!

Ja, jedenfalls ritt ich in der ersten Dressur hinterher. Ich kam allerdings viel zu spät auf den Abreiteplatz und hatte nur 20 oder 25 Minuten zum Abreiten, was mir mit Dragon eigentlich viel zu wenig ist, vor allem vor der ersten Dressur.

Dennoch lief Dragon gar nicht so schlecht und zeigte eigentlich den aktuellen Ausbildungsstand.

In dem Video zur Dressur sieht man ganz klar, dass Dragon sich immer noch zu sehr oben aufkröpft und noch nicht mit genug Durchlässigkeit an die Reiterhand heranzieht. Dieses Mal hatte ich auch meine Hände wieder zu tief, sodass meine Arme zu steif waren und dadurch meine Hände zu unruhig. Aber auch im ganzes Sitz hätte man es sich bei dieser Runde ruhiger wünschen können.

Was in dem Video auch schön zu sehen ist, ist, dass Dragon sich – vor allem im Galopp – noch nicht setzen kann und dadurch sehr groß galoppiert, was dazu führt, dass ich nicht genug Platz habe. Ich habe zwar versucht, zuvor Platz zu gewinnen, aber es reichte nicht, sodass ich den Mittelgalopp kaum zeigen konnte.

Was mich etwas ärgerte waren zwei Kommentare im Protokoll. Der erste Kommentar war zum Verreiten. Denn meine Vorreiterin parierte nach dem Mittelgalopp bei C zum Trab durch und nicht erst in der Mitte der langen Seite. Da hatte ich natürlich keine Chance mehr weiterzugaloppieren und musste ebenfalls zum Trab durchparieren. Dies kritisierten die Richter. Aber was hätte ich denn machen sollen? Ich klebte ja schon durch den kaum gezeigten Mittelgalopp am „Arsch“ der Vorreiterin. Wie hättet ihr an meiner Stelle reagiert? Vielleicht kann ich die ein oder andere Reaktion aufgreifen und es das nächste Mal so machen.

Außerdem kritisierten die Richter, dass ich die Ecken bei den Zirkeln oft ausgeritten und nicht abgerundet habe. Mir ist schon klar, dass man sie ausreiten muss. Nur steht in der LPO auch geschrieben, dass in der Abteilung nicht überholt werden sollte und man den Abstand zwischen sich und dem Vorderpferd bringen soll, indem man die Ecken mehr ausreitet, die Zirkel größer anlegt, später angaloppiert und möglichst früh durchpariert etc.. Wenn ich also weiß, dass es zur geschlossenen Zirkelseite in den Galopp geht und ich Platz schaffen muss, ist doch klar, dass ich dann die Ecken etwas mehr ausreite und den Zirkel größer anlege, um dann auch galoppieren zu können. Denn Vorbeireiten sehen die Richter ja auch nicht gerne und ich finde es immer unfair den anderen Reitern gegenüber. Ich habe nämlich keine Lust die Böse zu sein, die den anderen die Aufgabe versaut.

Und hier wäre dann auch die Frage an euch: Wie löst ihr das, wenn ihr ein zu langsames Pferd vor euch habt und wisst, ihr müsst Platz schaffen? Übrigens soll das nicht als Vorwurf an meine Vorreiterin verstanden werden! Denn sie ist extra vorwärts geritten, damit ich nicht so in Bedrängnis komme, was ich super super lieb von ihr fand. ich weiß ja, das ich nur das Problem habe, weil Dragon sehr großrahmig ist und ich ihn noch nicht genug setzen kann. Dennoch muss ich es beim nächsten Mal besser lösen.

Alles in allem war ich mit der Aufgabe aber wirklich zufrieden, da ich zum Reiten gekommen bin, das Tempo selbst gewählt habe und es schaffte, dass sich Dragon nicht zu sehr aufkrüpfte, nicht zu eng lief und sich auch nicht einrollte.

Das Gespräch mit dem Richter

Ich traf einen der Richter nach der Prüfung noch und sprach ihn an. Er hat mich zwar nicht gerichtet, den Ritt aber ja trotzdem ein wenig gesehen und die Noten wurden gemeinsam vergeben. Er kannte Dragon auch schon durchs Training mit Franca. Und der Richter sagte mir, dass Dragon unbedingt mehr Zug ans Gebiss brauche. Ich fragte ihn, wie er das im Viereck lösen würde, denn mit mehr vorwärts ja nicht. Er sagte dann, dass es durch seine Halsung schwer ist, denn wenn ich nicht optimal ans Gebiss zieht, würde man es bei ihm direkt sehen, weil er zu eng wird.

Tja, aber den Hals kann ich aber nun leider nicht abnehmen und wieder korrekt Positioniert anbringen. Also muss ich versuchen das Beste daraus zu machen und hoffe, dass Dragon bald von sich ans Gebiss zieht.

Dressurreiter A

Beim Abreiten der Dressurreiter A versuchte ich Dragon übers vorwärts in der Hinterhand aktiv zu bekommen und so den Zug nach vorne zu erreiten. Das gelang mir auch. Dumm war nur, dass ich nicht gemerkt habe, dass wir viel zu schnell und eilig unterwegs waren. Und so ritt ich in einem viel zu schnell angelegten Tempo in die Prüfung. Eigentlich wäre ich hinten gewesen, doch ich durfte tauschen und so vorne reiten. Ich hätte besser hinten bleiben sollen… . Denn wie erwähnt ritt ich viel zu schnell und damit sah das ganze ziemlich eilig und unruhig aus. Im Nachhinein könnte ich mir dafür selbst in den Arsch beißen. Denn ich trieb hinten, um ihn in der Hinterhand aktiv zu halten, vergas dabei aber, ihn geschlossen zu halten. Ich hatte Angst, dass der Zug, den ich am Gebiss zu spüren geglaubt habe (der jedoch nicht ausreichte), verloren gehen würde, wenn ich Dragon zurückgenommen hätte und habe dann gar nichts gemacht. Das war dann natürlich genau die falsche Entscheidung. Denn so wirkte und war auch mein Sitz viel zu unruhig. Da jedoch ich das Tempo gewählt habe und nicht Dragon, war ich mit Dragon dann auch zufrieden, nur mit mir nicht. Hätte ich Dragon mal machen lassen, wäre es wahrscheinlich besser geworden. Was aber gut geklappt hat war der Mitteltrab.

Auf beide Ritte gab es eine 6,0, obwohl ich den Ritt am Morgen doch besser fand.

Vlog

Leider gibt es den zweiten Ritt nicht auf Video.

Aber dafür den 1. Ritt.

Das Reitturnier in Pfungstadt

Ich persönlich finde das Reitturnier in Pfungstadt richtig schön!

Es ist sehr gut organisiert, die Zeitpläne passen sehr gut und die Veranstalter sind sehr freundlich.

Parken

Der Parkplatz befindet sich auf einem Feld unmittelbar hinter dem Abreiteplatz der Dressur. Durch eine Hecke und genügend Abstand zu den parkenden Autos bekommt man auf dem Abreiteplatz jedoch nichts von dem Geschehen auf dem Hängerplatz mit.

Abreiteplatz

Der Abreiteplatz fürs Springen ist in einer Halle, der für die Dressur auf einem Platz. Allerdings ist der Abreiteplatz für die Dressur etwas klein gewesen, jedoch ausreichend. Durch den vielen Regen war der Boden auf dem Abreiteplatz recht rutschig und ein wenig matschig, sonst aber gut.

Für das Dressurviereck wurde ein extra Boden aufgetragen, der sehr gut war! Er war fest genug, nahm viel Wasser auf und federte gut. Ich hatte das Gefühl, dass Dragon mit dem Boden sehr gut zurechtgekommen ist.

Der Springplatz ist mit Rasen. Daher wären hier Stollen zu empfehlen. Dafür ist er sehr groß und wirklich schön!

Springplatz

Zuschauertribüne & Gastronomisches Angebot

Die Zuschauertribüne die sich am Springplatz befindet ist überdacht. Hinter den Sitzgelegenheiten befindet sich das gastronomische Angebot, sodass man sich als Zuschauer auch bei Regen ein tolles Turnier verfolgen kann.

Das Essensangebot ist auf dem Turnier toll! Es gibt Frühstück, belegte Brötchen, warme Speichen, Kuchen, Crêpes und Waffeln. Alles zu einem angemessenen Preis.

Aus Spaß an der Freude habe ich euch mal die Speisekarten fotografiert.

Turnieressen.jpg

Shoppen

Auch das Shoppen kam mit zwei Reitsportständen nicht zu kurz.

Reitsport Klein hatte einen Wagen dabei und ein anderes Reitsportgeschäft, dessen Namen ich gerade nicht weiß. Für Dragon habe ich dort ein Fliegenspray gekauft und die Maulbutter miut Bananengeschmack.

Fazit

Der Turniersamstag war für mich zufriedenstellend, da wir unseren aktuellen Stand zeigen konnten. Wir erhielten zwei Mal eine 6,0, wobei der zweite Ritt nicht unsere beste Runde war. Der erset Ritt war das schon besser. Die Fehler lagen heute auf meiner Seite. Für mich war es nicht nur vom Notendurchschnitt ein erfolgreiches Turnier, sondern ich konnte wieder weitere Erfahrung sammeln.

Zudem trafen wir wieder viele nette Leute. Insgesamt war es ein entspanntes Turnier mit leider schlechtem Wetter, aber einem tollen Veranstalter. Ich würde nächstes Jahr gerne wiederkommen. Und wer weiß, vielleicht reicht es dann ja auch für ein Schleifchen. Denn die Schleifen waren wirklich super schön!

 

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