Stilspringprüfung Kl.A

[Turnierbericht Claudia] 101. Wiesenmarktturnier Erbach

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Hallo ihr lieben,

heute möchte ich euch vom Reitturnier in Erbach am 23. Juli berichten, bei dem ich zwei A-Dressuren und ein A*-Stilspringen geritten bin.

Zusammengefasst würde ich sagen, dass ich dieses Turnier nie vergessen werde!

Unser Plan

Geritten sind Lara (eine Freundin und Stallkollegin) und ich. Unsere Prüfungen waren alle am Vormittag, sodass wir uns zuvor einen guten Plan zurechtgelegt haben. Die Prüfungen waren zu folgenden Uhrzeiten:

  • 8:00 Uhr Dressurreiter A – ich
  • 8:30 Uhr A*-Stilspringen – Lara & ich
  • 10:30 Uhr Springpferde A** – Lara
  • 10:30 Uhr A-Dressur – ich

Der ursprüngliche, mit der Meldestelle abgeklärte Plan sah vor, dass ich in der Dressurreiter A ganz vorne reiten würde, damit ich noch genügend Zeit haben würde den Parcours gemeinsam mit Lara abzugehen und anschließend umzusatteln und danach noch Laras zweites Springen anschauen könnte, bevor ich in die zweite Dressur muss.

Geklappt hat davon so gut wie gar nichts.

Es kommt immer anders, als man denkt.

Der Tag fing eigentlich perfekt an. Ich bin rechtzeitig aufgestanden, war pünktlich im Stall und auch zu der von mir geplanten Zeit mit Füttern fertig. Danach kam Lara überpünktlich im Stall an. Wir machten unsere Turnierfrisuren und dann fing die Hektik an. Übrigens hatte ich heute mein neues Haarnetz drin, was ich mir vor zwei Wochen auf dem Turnier gekauft habe.

Turnierfrisur
Geflochtener Zopf mit neuem Haarnetz

Denn eigentlich wollten wir um 6:15 Uhr verladen. Tatsächlich haben wir kurz nach 6:30 Uhr verladen und sind um 6:40 Uhr losgefahren. Das war zwar etwas zu spät, doch von der Zeit her, hätte es noch funktioniert. Denn der Fahrtweg wären ca. 50 min gewesen und meine Dressur fing um 8 Uhr an. Ich war 3. Paar. Das heißt, ich wäre etwas 8:15 Uhr an den Start gegangen. Hätten wir direkt nach Ankunft abgeladen und gesattelt hätte es noch funktioniert.

Wäre da nicht die Baustelle gewesen und die Umleitung in der Baustelle der Baustelle und hätten wir nicht gedacht, dass wir vielleicht durch die eine Straßensperre fahren könnten, weil es doch gut aussah. Dann hätten wir es pünktlich geschafft. Doch wie heißt es so schön: Hätte der Hund nicht geschissen usw. . Jedenfalls lief es anders als geplant. Denn wir sind natürlich nicht durch die Baustelle gekommen, mussten in der Baustelle drehen und sind dann über die Umleitung der Umleitung zum Turnier gefahren. In der ersten Umleitung haben wir jedoch schon gemerkt, dass es zeitlich nicht ausreichen würde und ich es nicht pünktlich zur Dressur schaffen würde. Also riefen wir direkt in der Meldestelle an und ich ließ mich ganz nach hinten setzen. Dann würde ich eben erst das Springen reiten – auch nicht schlecht.

Parcours abgehen

Um kurz nach 8 Uhr sind wir auf dem Turnier angekommen. Also schnell abladen, umziehen, Pferde satteln und zum Turnierplatz reiten (wir brauchten übrigens 6 min vom Hängerplatz zum Turnierplatz). Denn um 8:30 Uhr begann das Springen und wir wollten noch schnell den Parcours abgehen . Da wir 27. und 28. Starter waren, hätten wir nach dem Abgehen noch allerhand Zeit gehabt. Also alles easy. Eigentlich!

Denn als wir auf dem Turnierplatz ankamen ritt bereits die erste Starterin in den Parcours. Damit waren wir zu spät und konnten den Parcours nicht mehr abgehen. Also versuchten wir das beste aus der Sache zu machen und schauten uns zwei Reiter an.

Abreiten

Dann ritt ich so gut es ging Schritt. Der Abreiteplatz war jedoch sooo voll, dass ein vernünftiges Abreiten überhaupt nicht möglich war. Selbst das bloße außen herum reiten war nicht möglich. Auch beim Abtragen und Abgaloppieren musste ich schauen, wie ich ohne einen Unfall zu bauen außen lang kam. Es war grausam! Somit mussten wir jede noch so kleine Chance nutzen, um auch mal über einen Sprung zu reiten.

So kam es, dass wir viel zu früh abspringen mussten. Wie hatten noch 15 Starter vor uns, als wir die ersten Kreuze sprangen. Viel abspringen wollte und konnte ich eh nicht. Denn durch das Chaos auf dem Abreiteplatz war es nicht möglich ein vernünftiges Grundtempo zu finden.Zum Teil hatte ich nicht mal zwei Galoppsprünge vor uns hinter dem Sprung platz. Das wollte ich Dragon auch nicht antun.

Dressur in Springmontur

Naja, nach dem Abspringen schaute ich dann mal zur Dressur rüber. Denn die Abreiteplätze lagen direkt nebeneinander und waren nur durch eine Absperrung anhand eines Bandes getrennt. Was übrigens auch nicht soo klug gelöst war. Denn man musste an der kurzen Seite den Springplatz überqueren, um zum Dressurabreiteplatz zu gelangen. Daher war dort immer ziemlich viel los. Es waren also die Springabreiter, die Springreiter, die gerade den Sprung anreiten wollten, die TTs, die die Pferde gehalten haben und die Dressurreiter, die zum Abreiteplatz hin wollten und vom Abreiteplatz kamen. Ich muss euch nicht erzählen, wie das ausgesehen haben mag…

Nun ja, jedenfalls schaute ich dann rüber zur Dressur und wunderte mich, dass nur noch drei Reiter auf dem Abreiteplatz trabten. Also bat ich die Frau von Dragons Besitzer zur Tafel zu gehen,um zu schauen, wie viel ich in der Dressur noch vor mir habe. Da ich aber schon ein komisches Baugefühl hatte, ritt ich direkt schon mal rüber. Als ich ankam schaute sie mich mit großen Augen an und sagte: „Du bist nächster“. In diesem Moment marschierte das Paar vor mir schon zur Grußaufstellung auf. Mist! Da nur noch zwei Paare nach mir kamen, hätte es nichts gebracht mich nach hinten setzen zu lassen, da der Hängerplatz viel zu weit weg war, um den Sattel schnell zu tauschen. Außerdem wäre es auch mit dem Start im Springen kollidiert. Nicht reinreiten kam für mich aber auch nicht in Frage. Also dachte ich mir, wenn ich schon einen Vielseitigkeitssattel habe, würde ich doch mal schauen, was er für die Dressur taugt.

Also machte mit die Frau von Dragons Besitzer schnell die Gamaschen ab, ich machte die Bügel drei Loch länger und schnappte mir die Dressurgerte von einer Reiterin, die vor mir aus dem Viereck kam. Falls du das liest, danke übrigens noch mal :-D. Natürlich wusste ich in dem Moment schon, dass ich so nichts reißen würde, aber das war mir egal. Nachdem ich nun bereits zum dritten Mal aufgerufen worden bin, schaffte ich es auch ins Viereck. Ich ritt schnell zu den Richtern, um mir die Erlaubnis zu holen mit Springsattel, einer dunkelblauen Schabracke und dunkelblauen Handschuhen reiten zu dürfen. Sie schaute zwar skeptisch, doch ihr war es egal. Dumm nur, dass ich auch vergessen hatte meinen Rückenprotektor auszuziehen, den ich fürs Springen trug. Das Bild muss großartig gewesen sein. Als dann die Aufgabe begann kam auch Dragons Besitzer und lachte ich kaputt, als er uns im Viereck sah.

Erbach-A-Dressur
Urheber Lena Meder Fotografie

Doch Dragon wäre nicht Dragon, wenn er nicht mitgezogen hätte. Er schaltete sofort um und lief die Aufgabe super brav durch. Schade war nur, dass ich hinten reiten musste und vor mir eine Reiterin hatte, die echt langsam war. Denn Dragon war durchs Springen noch recht flott unterwegs und so musste ich überdimensional große Hufschlagfiguren reiten. Doch dafür, dass ich vorher im Leichttraben und im leichten Sitz über den Abreiteplatz ritt und keine Zeit hatte ihn dressurmäßig zu arbeiten, geschweige denn mal auszusitzen, lief er wirklich gut. Nach der Aufgabe war ich so stolz auf meinen kleinen Schatz und musste über mich selber Lachen. :-D. Wir bekamen sogar noch eine 5,5.

Das A-Stilspringen

Nach der Dressur gab ich der Reiterin schnell ihre Gerte wieder, machte meine Bügel 3 Loch kürzer und ließ mir die Gamaschen dran machen. Dann sprang ich noch mal drei kleine Sprünge und schon war Lara an der Reihe. Don und Dragon waren im Springen direkt nacheinander was wirklich praktisch war. So konnte ich Laras Ritt sehen und mir gleich nochmal den Parcours anschauen.

Stilspringen
Bild aufgenommen durch Lena Meder Fotografie

Das schöne an dem Chaos war, dass ich davor keine Zeit hatte aufgeregt zu werden. Dafür überkam mich die Aufregung dann im Parcours.

Stilspringprüfung Kl.A
Bild von Lena Meder Fotografie

Denn letztes Jahr bin ich aus einem A-Springen rausgeflogen und das zweite war Chaos. Ich wusste zwar, dass Dragon eigentlich nicht mehr stehen bleiben würde, doch einen kleinen Zweifel hatte ich doch. Was völlig falsch war, denn Dragon war toll! Gleich beim Einreiten war er „an“. Er wollte springen. Er ging toll vorwärts, zog an die Sprünge und zuckte nicht mal mit der Wimper. Ihm machte es richtig Spaß. Die ersten Sprünge waren auch richtig klasse. Selbst über den dritten Sprung, an dem ich fast vorbeigeritten wäre, nahm er noch. Er war so zügig unterwegs, dass ich nicht mehr einschätzen konnte, ob es passt oder nicht. Und statt Dragon zu vertrauen und ihn machen zu lassen, schob ich einfach drauf los und ritt noch schneller. Ich mein Dragon springt zwar gerne groß weg, aber anderthalb bis zwei Galoppsprünge vorher sind dann doch leicht übertrieben. Was übrigens auch Dragon fand. Doch trotz meines schlechten Reitens sprang er ab. Die vier Stangen, die während des Parcours gefallen sind, gingen komplett auf meine Kappe. Dragon hat sich so angestrengt, dass sogar die Aussprünge der Kombination und der Distanz liegen geblieben sind. Dragon konnte da nicht dafür. Nach dem Springen habe ich mich richtig geärgert. Warum habe ich Dragon nicht vertraut?! Er hat mir schließlich zu keiner Sekunde das Gefühl gegeben, dass er nicht springen will oder vor hat stehenzubleiben. Er hat ja nicht mal geglotzt. Ich war einfach nur dumm.

A-Springen
Bild von Lena Meder Fotografie

Für den Ritt bekamen wir sogar noch eine Grundnote von 6,0, was wirklich nett gemeint war. Denn ich stellte mich schon darauf ein, dass die Note für die Abwürfe nicht ausreichen würde.

A-Dressur

Nach dem Springen ritten Lara und ich erst einmal kurz zurück zum Hänger. Ich musste umsatteln und mal runterkommen. Ich nahm mir vor, die letzte Dressur noch einmal konzentrierter zu reiten, was dann auch super klappte.

A-Dressur_Erbach
Bild erstellt von Lena Meder Fotografie

Vom Gefühl her lief die A-Dressur super. Dragon war schön locker, schnaupte sogar im Galopp ab und zog an den Zügel. Nicht gut gelaufen waren die Volte, da mir meine Nachreiterin im Weg war und ich so die Volte nicht zu Ende reiten konnte, der Mitteltrab, bei dem ich ihn nicht vor mir bekam und die Rahmenerweiterung nicht gelang und das zweite Angaloppieren. Auch das Viereck verkleinern können wir besser. Doch insgesamt fand ich die Dressur klasse. Nur leider sah die Richterin das anders :-(. Sie gab uns eine 5,4 und damit wurde der Ritt schlechter bewertet, als der Ritt mit Springmontur. Darüber war ich wirklich traurig. Denn ich hätte schon mit einer 5,9 oder 6,0, vielleicht auch mit einer 6,2 gerechnet. Aber niemals mit einer 5,4. Ich habe sogar erst gedacht, dass es die Noten des vorherigen Paares waren. Aber leider nicht :-(. Ich hätte gegen eine 5,4 überhaupt nichts, wenn sie angebracht gewesen wäre, aber ich fand die Dressur wirklich besser. Aber ich habe sie ja auf Video und ihr könnt euch selbst ein Bild machen.

A-Dressur

Ihr könnt mir auch gerne mal verraten wie ihr die Dressuren fanden. Vielleicht sagst du ja auch, dass die Note gerechtfertigt war. Ich bin gespannt :-).

Nach der Dressur haben wir die Pferde versorgt und sind noch eine Kleinigkeit essen gegangen. Denn mein Freund hatte mich besucht und ich freute mich riesig ihn zu sehen :-D.

Die Veranstaltung

Meldestelle

Zur Veranstaltung selbst kann ich sagen, dass die Meldestelle top war! Die Organisation und Zeiteinteilung waren super und die Mädels in der Meldestelle sehr sehr hilfsbereit.

Hängerplatz

Der Hängerplatz war gut strukturiert und Einweiser sorgten dafür, dass man wie vorgesehen parkte. Dadurch war genug Platz und man konnte bequem ein-und ausparken.

Prüfungsplätze & Abreiteplätze

Auch die Prüfungsplätze waren der Hammer! Der Springplatz ist wirklich groß und der Boden gigantisch! Auch der Prüfungsplatz von der Dressur war klasse. Obwohl er mitten im Getümmel war, lag er doch so, dass wir in Ruhe reiten konnten und die Zuschauer bequem sitzen konnten. Einzig die Abreiteplätze waren viel zu klein. Im Springen, wie auch in der Dressur sind wir uns noch über den Haufen geritten. Ein vernünftiges Abreiten war kaum möglich.

Gastronomie

Die Gastronomie befand sich unmittelbar neben dem Dressur und dem Springplatz. Durch die geschickte Anordnung der Sitzgelegenheiten konnten die Zuschauer entweder am Springplatz sitzen oder die Dressur verfolgen. Es gab einen Kuchenstand, einen Weinstand, einen Getränkewagen, einen Eisstand und ein Gastronimisches Angebot mit allerhand warem Speisen wie Burger, Schnitzel, Salate, Feta Käse usw.. Ich entschied mich für ein Schnitzel Wiener Art mit Pommes für 7,50€. Für Besteck und Teller zahlte man noch mal jeweils 2 Euro. So wurde sichergestellt, dass das Geschirr auch wieder abgegeben wurde. Allerdings schmeckte mir das Schnitzel gar nicht. Die Pommes waren aber ganz gut. Zum Nachtisch gönnte ich mir einen Russischen Zupfkuchen, der wirklich lecker war.

Ob wir nächstes Jahr wieder hinfahren, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Denn das Turnier an sich war richtig schön, auch sehr gut besucht. Nur, ob ich das mit den Abreiteplätzen noch mal brauche, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Fazit:

Das Turnier in Erbach war ein Abenteuer, welches ich so schnell nicht vergessen werde!

Liebe Grüße,

Claudia

P.S. Die restlichen Bilder aus der Dressur folgen noch.

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