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[Theorieteil]Die Bedürfnisse des Pferdes Teil 2

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Hallöchen, hier folgt nun der zweite Teil zum Thema Bedürfnisse des Pferdes und die Folge aus dem ersten Teil Speziell zur Ethologie und Verhalten des Pferdes

Das Steppentier:

Das Pferd ist ein Steppentier, was spezielle Bedürfnisse im Bereich Bewegung, Futteraufnahme und Ansprüche an Luft, Licht und Temperatur stellt. Im Allgemeinen Bedeutet das, dass Pferde sich früher viel bewegten, mit kargem Futter auskamen und sich an Witterungsbedingungen durch den Fellwechsel und der Fettschicht anpassten. Natürlich ist dies heute nicht mehr bei allen Pferden so ausgeprägt, weil wir Menschen sie dazu machen. Sie könnten aber.

Wärmeschutz
Auch im Winter haben sie das Bedürfnis nach frischer Luft und Bewegung. Ihr dickes Winterfell sorgt für Wärme

Das Bewegungsbedürfnis: Pferde laufen in der Natur etwa 16-18 Stunden am Tag Schritt. Nur in Ausnahmefällen galoppieren sie. Das Bedeutet aber auch, dass sie psychisch und physisch darauf eingestellt sind, sich zu bewegen. Man kann sie nicht einfach in der Box lassen, weil sie zu „wertvoll“ sind und glauben, dass mit zwei Stunden reiten, Laufband und Führanlage das Bedürfnis nach Freiheit und Bewegung gedeckt sei. Mit der Begründung damit sie sich nicht verletzen. Ein Pferd, was Millionen kostet, würde sich bei regelmäßigem Weidegang genauso wenig verletzen. Es würde sogar gesundheitlich länger fit bleiben. Weil der Organismus, die Muskeln, Sehnen und Bänder so gestärkt würden. Es wäre dann wahrscheinlich sogar leistungsbereiter und motivierter und ausgeglichener. Nur so nebenbei. Folgen, wenn man dem Bewegungsbedürfnis nicht nachkommt, könnten Aggressionen, psychische und physische Schäden, sowie Unausgeglichenheit sein.

Die Futteraufnahme: In der Natur nehmen die Pferde ca. 16-18 Stunden am Tag Futter auf. Sie fressen also fast den ganzen Tag. Darauf hat sich der Verdauungstrakt des Pferdes eingestellt. Wird dies nicht berücksichtigt, können Erkrankungen die Folge sein. Wie Haken an den Zähnen oder Kolik. Daraus ergibt sich, dass das Pferd mindestens 3-4 Mal täglich sein Kraftfutter in kleineren Mengen fressen sollte, wenn die Pferde in Arbeit stehen. Rauhfutter/Strukturfutter sollte dem Pferd ganztägig zur Verfügung stehen. Selbstverständlich, muss das Pferd rund um die Uhr Zugang zu frischem Wasser haben. Dies sollte jedoch nicht direkt neben dem Futter sein, sondern davon entfernt. Erstens muss sich das Pferd dann dorthin bewegen und zweitens sorgt es dafür, dass das Pferd das Futter genug einspeichelt. Was wiederum wichtig für den Säure- Basenhaushalt im Magen- Darm- Trakt ist. Wichtig ist auch zu beachten, dass das Futter der Pferde viele Ballaststoffe hat. Eiweiß ist weniger wichtig. Auch das ergibt sich aus der Evolution heraus.

Ansprüche an Luft, Licht und Temperatur: Da die Pferde als Steppentiere das ganze Jahr über draußen lebten, sind sie es gewohnt ständig frische Luft zu haben und Lichtverhältnisse, welche der Natur gleich waren. Auch an die Temperatur – und Witterungsverhältnisse mussten sie sich ständig selbst anpassen. Sie haben für sich einen Mechanismus gefunden, mit Kälte, Hitze und Nässe umzugehen. Dafür haben sie z.B. eine Fettschicht auf der Haut. Natürlich sollen sie nach Arbeit, wenn sie nachschwitzen nicht im Zug oder in der Nässe stehen. Man sollte aber dem Pferd so viel wie möglich frische Luft, möglichst viel Licht ermöglichen, dabei aber den Tag- Nacht-Rhythmus erhalten und die Innentemperatur, die der Außentemperatur angleichen, außer bei extrem heißen oder kalten Tagen.

soziel Kontakte Herde

Das Verhalten:

Pferde haben ein deutliches Mienenspiel, deutliche Gestikulation bzw. Körpersprache. So verhalten sich Pferde nicht immer sehr sachte miteinander. Sie treten, sie beißen sich, putzen sich gegenseitig wenn sie sich mögen. Wenn man sich mit der Sprache der Pferde beschäftigt, kann man ungefähr wissen, was sie ausdrücken oder deuten, wenn sie in der Herde kommunizieren. Aus Sicherheitsaspekten, sollte man die wichtigsten Kommunikationstechniken der Pferde kennen. Wie Drohen, Angriff, spielen bei Jungpferden und Angst. Außerdem wichtig zu kennen, sind die Anzeichen, die auf Unwohlsein oder Krankheit hinweisen, um richtig und schnell reagieren zu können.

Rangordnung: In der Herde ist eine feste Rangordnung festgelegt, die durch Machtkämpfe bestätigt oder verändert werden kann. Wenn ein Pferd als Neuling in die Herde kommt, wird es um einen festen Rang kämpfen und sich an diesem Einordnen. Dies gibt dem Pferd Sicherheit und Schutz innerhalb der Gruppe. Ein Pferd mit starkem Selbstbewusstsein und starkem Charakter wird versuchen die Ranghöchste Position zu erkämpfen. Die Leitstute hält die Gruppe zusammen, sorgt für Ruhe und Ordnung und bestimmt, wann die Gruppe wohin zieht. Der Leithengst wacht über die Herde und verteidigt sie vor Angriffen Dritter. Der Reiter sollte darauf Wert legen, der Ranghöchste zu sein, im Umgang mit jedem Pferd, egal wann er sich mit ihm auseinandersetzt. Es sollte aber auch jedem Reiter klar sein, dass Pferde die einen solchen Führungsposten haben, im Umgang, gerade in jungen Jahren, nicht immer die einfachsten sind und eine durchsetzungsstarke Betreuerin/ Reiterin/ Fahrerin von Vorteil ist. Es sollte im Umgang, auch und vor allem mit Fohlen und Jungtieren eine gewisse Ordnung herrscht und das manche Gesten oder Tätigkeiten eines Pferdes vielleicht total „süß“ und herzzerreißend sind, jedoch das Pferd damit aber den Menschen klar macht, dass er gerade Chef ist. Das heißt man sollte sich das durch den Kopf gehen lassen, ob man die Konsequenzen des Verhaltens im Griff behält. Das fängt beim knappern an der Hosentasche an, weil ein Leckerli drin sein könnte und hört beim Loslaufen, während des Aufsteigens auf.

Rangordnung
hier sieht man schön, wie die Pferde ihre Rangordnung einhalten

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