[Tagebucheintrag Jule] Training Dressur- und Springtraining der letzten Woche

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Hallöchen,

ganz nach dem Motto Himmelhoch jauchzend und zu Tode getrübt, so erging es mir die letzten 1,5 Wochen nach Luckowehna. Auf der einen Seite gut auf der anderen eine Katastrophe. Hiro wird gerade frech.

Mittwoch nach dem Turnier

Am Mittwoch nach dem Turnier stand Dressurtraining auf dem Plan, nachdem die in Luckowehna eher nicht so berauschend war. Nicht schlecht, aber wir waren eben schon besser und es wurde mal wieder Zeit. Meine Dressurtrainierin zu der wir sonst fahren, hatte aufgrund der Vorbereitungen zur sächsischen Jugendmeisterschaft keine Zeit und so bin ich zu meiner guten Bekannten nach Roda gefahren. Juliane Gittel macht das echt gut und so dachte ich probiere ich das mal aus.

Das Training

Ich bin selbstständig abgeritten. Hiro lief Anfangs wieder etwas festgehalten und nicht ganz so toll, aber auch nicht schlecht. Juliane schaute sich das ganze Szenario an und erkannte schnell das Problem. Sie korrigierte mich in meinem Sitz und das Tempo von Hiro und gab mir wertvolle Tipps beim Tritte verlängern. Wir versuchen ja schon lange Hiro irgendwie zum Schwingen zu bringen. Die Methode, die ich aus Neustadt mitbrachte funktioniert nur noch bedingt. Hiro ist zu intelligent für mich und versucht mich auszutricksen. Also musste eine neue Idee her. Diese scheint auch fürs Erste zu funktionieren. Mal sehen wie lange. Auf jeden Fall ließ Juliane mich auf dem Zirkel übertreten, Travers, sowie Schultervor reiten, was Hiro erstaunlich gut machte. Wir verstärkten viel die Gangarten und ritten Galopp- Schritt Übergänge, sowie Antraben aus dem Halten. Mein Sitz korrigierte Juliane stets und ständig, was auch echt Not tut. Am Ende lief Hiro sogar echt gut und er ließ sich erstaunlich gut sitzen. Und was soll ich sagen, sie hat mir eine Lösung präsentiert, dass sogar die Kurzkehrt nach Links super gelang und nach Rechts gut. Ich war richtig glücklich.

Beim Verladen war dann Theater, er wollte dortbleiben, glaube ich. Denn dort wurden Pferde rein geholt und da passte es dem Herren natürlich nicht, dass er auf den Hänger sollte.

Springtraining am Montag

Am Dienstag hieß es dann: „Ab zum Springtraining“. Ich freute mich eigentlich auf die Stunde. Hiro ging nach Gabe von Leckerli auch gut auf den Hänger. Dort angekommen spielte er sich ein wenig auf, weil wir neben einer laufenden Führanlage parkten und die sind bekanntlich der Horror für Hiro.

Beim Springen

Beim Springen ging Hiro überhaupt nicht gut zu Beginn. Er rannte vorbei, war sehr klemmig und verhalten am Sprung. Er zog nicht wirklich hin und hielt sich im Rücken fest. Ich hatte ein echt scheiß Gefühl. Dann kam ich an einen 80 cm Steilsprung. Ich habe weder geschoben, noch bin ich zu früh aufgestanden und Hiro parkte mit Genuss und zog nach Rechts weg.  Das war mir dann eine Nummer zu viel. Da gab es keinen Grund und die paar Zentimeter kann er im Schlaf aus jeder Lebenslage überwinden, wenn er das möchte. Aber er verarschte mich, er ist ja eh grad pubertär, wie ich das Gefühl habe. Also gab es mal einen Klatsch mit der Gerte auf den Hintern. Denn das geht dann doch zu weit. Und siehe da. Hiro legte den Turbo ein und war kurz irritiert und alles ging plötzlich wie von Zauberhand. Die letzte Runde war dann wieder sehr gut und ich hatte ein relativ gutes Gefühl. Ich hasse es, wenn ich ihn Maßregeln muss und so einen energischen Klaps mit der Gerte mag ich nicht leiden, aber es ging nicht anders. Wenn 600 kg frech werden und die Chefrolle übernehmen, dann muss das geklärt werden, bevor etwas passiert. Geht ja beim Verladen gerade auch schon los.

Fazit

Ich jedenfalls bin sehr deprimiert nach Hause gefahren, weil ich einfach nicht verstehe, warum wir jedes Mal von vorne anfangen. Andere Reiter entwickeln sich weiter, reiten längst M und andere reiten chaotisch durch den Parcours und es klappt. Wir geben uns Mühe, machen was wir können, fahren zum Training, sobald Geld und Zeit da sind und es geht und geht nicht voran. Am Trainer liegt es definitiv nicht. Hiro gebe ich auch keinerlei Schuld. Den liebe ich so wie er ist. Eine Herausforderung in manchen Dingen. Wir sind keine Profis, im Gegenteil und deshalb ist es auch so schwer immer passend zu kommen, dran zu sitzen ohne zu schieben und nicht zu früh aufzustehen. Das Vertrauen wird nicht besser nach solchen Stunden wie heute, was das Schieben wiederum nur verstärkt und das Reiten auch nicht schön aussehen lässt. Ich bin gerade ziemlich deprimiert. Ich reite zum Sprung mit einem an sich guten Gefühl, aber eben ohne Gefühl oder wie auch immer. Ich verliere es gerade. An jedem Sprung hängen meine Gedanken nur daran, nicht zu Schieben, dran zu sitzen, nicht aufzustehen und die Hand weg zu bekommen, das Pferd geschlossen zu halten, schön auszusehen, richtig zu landen, den Oberkörper nicht vor zu werfen. Vergesse aber Galoppsprünge zu zählen und auf mein trügerisches Gefühl zu hören. Voll der Teufelskreis gerade.

Die Hoffnung

Biene ist heute, einen Tag danach im Training geritten. Wir hatten Hiro über Nacht dort gelassen. Sie berichtete, dass Hiro mega gut drauf gewesen sei. An dem Sprung wo er gestern einen Denkzettel bekommen hat, war er wohl übermotiviert und ansonsten kaum zu bremsen. Er hätte aber keine Angst gezeigt, sondern wäre schön über den Rücken gesprungen. Die Angst, dass er sauer sei oder die Nase voll hätte, ist also unbegründet. Da war er wohl doch nur etwas frech. Mal schauen. Am kommenden Donnerstag werde ich ihn noch einmal im Training reiten und dann zum Turnier in Noschkowitz werden wir wissen, was Phase ist.

In der Hoffnung auf baldige Besserung grüßt Jule

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