[Tagebucheintrag Jule] Neuigkeiten? Und meine persönliche Spring-Krise

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Hallöchen,

Ja es gibt schon wider Neuigkeiten und es werden wohl auch bald weitere kommen. Heute sollte es um Frech, sein richtiger Name ist Fatal M, gehen und ich wollte euch ein kurzes Update zu Hiro geben. Naja und ich stelle fest, während ich schreibe auch um meine persönliche Krise was das Springen betrifft und um allgemeine Missstände was mich betrifft. Und der ist so lang geworden, dass ihr das zu Frech erst morgen erfahrt. Ups. Muss auch sein, es gehört dazu und beschreibt meine derzeitige Situation bestens. 

Hiro

Hiro habe ich die Woche nur leicht gearbeitet und ich habe einen Tag ganz leichte Gymnastik gemacht. Hiro hustet und von daher soll er nicht schwitzen und nur leicht bewegt werden, um abhusten zu können. Er bekommt zwei mal am Tag frisch gekochten Tee und von der Tierärztin jetzt was gegen den Husten. Naja, da ich ja sowieso in der absolute Springflaute bin und gerade so gar kein Training und so geht, weil ich mich einfach dazu nicht motivieren kann, gebe ich ihm auch alle Zeit der Welt. Passt ja in meinen Plan, den es nicht geben sollte, in dieser Richtung. Ich werde ihn vorerst für mich springen und mit viel Motivation schaffe ich es im Dezember zum Springlehrgang, aber so richtig viel Hoffnung habe ich da noch nicht. Hiro kann noch nicht mal was dafür. Es liegt an mir und ich denke es noch immer was mit Hohburg zu tun.

Meine Missstände

Ich setzte mich einfach so unter Druck nicht schieben zu wollen, dass das Gefühl und der Spaß einfach verloren gegangen sind. Genau wie damals mit der Dressur, wo ich nicht mal mehr wusste wie Hiro richtig zu traben ist. Aber auch diese Krise werde ich überstehen. Das Laufen zeigt mir einfach, wie viel Spaß ein Hobby machen sollte. Klar, ist das was anderes, weil ich da für meine Leistung allein verantwortlich bin und es dieses Jahr richtig gut lief undvon Erfolg gekrönt war. Wahrscheinlich liegt es auch daran. Mir wird einfach bewusst, das Reiten schon so fest im Alltag integriert ist und dass es das normalste auf der Welt darstellt, ich mich mega unter Druck setze, weil ich endlich gut werden möchte nach so vielen Jahren, der Spaß verloren geht. Reitertage wie früher? Nein ich bin zu alt, reite A und evtl. bald wieder L, das geht nicht, das gehört sich nicht und ist peinlich. Wanderritte, nichts für Turnierreiter, Fuchsjagd, da könnte die Sehne meines Pferdes Schaden nehmen. Springen mit mehr als einer Stange und stilistisch nicht perfekt, ist ne schlechte Leistung, Dressur unter 7,0, was ja normal ist, weil ich einfach furchtbar sitze, was ich einfach nicht ändern kann, nicht gut.  Und die Liste könnte ich unendlich erweitern. Versteht ihr was ich meine.

Man wird auch so reduziert menschlich auf das was man leistet im Reitsport und selbst an denen, die den Großen Preis gewinnen finden Leute noch Dinge die sie furchtbar finden und urteilen über Menschen, das gleiche ist mit Personen die Freiheitsdressur machen oder einfach nur ins Gelände gehen. So etwas erlebe ich beim Laufen nicht und es wurde mir dieses Jahr umso klarer. Dort wird der Mensch nicht auf seine sportliche Leistung reduziert und die Distanz und das Tempo sind egal, es geht nur um das Laufen an sich. In den Foren wird keiner beschimpft, beleidigt oder sonst was. Man geht freundlich miteinander um, was man beim Reiten nicht gerade behaupten kann. Zumindest hinter dem Rücken nicht. Das klingt jetzt zwar hart, aber es ist leider mein Empfinden. Nicht alle, aber ein Großteil. Ich muss für mich anfangen zu lernen, mich nicht mehr verrückt zu machen, bei dem was andere denken oder sagen. Andrerseits, wird man dann arrogant? Heißt es dann man wäre unbelehrbar, könne sich nicht reflektieren und sei was Besseres? Ich weiß es nicht. Ich merke nur, dass es so ist, wenn man nur darauf schaut was man falsch macht, der Spaß und das Gefühl verloren geht.

Das soll es erst einmal gewesen sein für heute und morgen mehr zu Frech. Mal eine andere Frage. Beim Laufblog handhaben wir das ja so, dass wir nach fast jedem Lauf einen kurzen Beitrag verfassen, was wir gemacht haben und wie es so war. Würde euch so ein Rahmen hier auch gefallen, würde euch das interessieren? Also, das wir einfach so alle zwei Tage oder nach jedem Ritt am Ende des Tages zusammen fassend schildern, was wir gemacht haben, wie die Pferde liefen was gut war und was nicht oder würde euch das zu viel werden? Lasst es uns mal wissen, bevor wir mit so einer Idee los legen.

LG Jule

2 Kommentare

  1. Hey.
    Tut mir bitte den Gefallen und lasst nicht den kopf hängen! Ihr gehört zu den wenigen die sich die Mühe machen sich selbst zu hinterfragen und ständig zu reflektieren!
    Leider aber auch logischer weise ist es ja so das die die nachdenken zwangsweise ins Grübeln kommen…;-)
    Der absolut falsche Weg wäre es sich abzuwenden und dadurch schritt für schritt wieder abzustumpfen!
    Es gibt so viele Wege sich dem reflektiert sein positiv zu stellen und am Ende genau darin die wirkliche Freude an dem Sport zu finden.
    Natürlich kann ich weder eure Situation noch das komplette reiten beurteilen – aber ich bin mir trotzdem sicher das ihr auf dem richtigen Weg MIT den Pferden seid – also bloß nicht die Richtung ändern und der Masse nachlaufen!
    Vg

    1. Danke für die lieben Worte. Nein, das habe ich nicht vor. Ich glaube auch, dass ich das gar nicht kann. Ich werde runter kommen, Grundlagen und Gefühl sichern und dann hoffentlich wieder durchstarten. Evtl. probiere ich es mal mit Mentaltraining oder so. Die Leidenschaft und die Liebe für den Sport sind ja immer noch da, sie gehören dazu, wie die Luft zum Atmen.

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