[Tagebucheintrag] Dressurlehrgang unter Turnierbedingungenm 18.02.2017 mit kommentiertem FMA

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Hallo ihr lieben,

am Samstag, den 18. Februar hatten Dragon und ich unseren ersten Dressurlehrgang. Doch es war nicht irgendein Dressurlehrgang, sondern ein Lehrgang unter Turnierbedingungen mit der Richterin Frau Elke Hüther.

Ablauf des Lehrgangs

Und zwar lief der Lehrgang wie ein normales Turnier ab, um möglichst eine realistische Turnieratmosphäre herzustellen. Es war quasi eine Generalprobe für die Turniersaison.

Somit gehörte es auch dazu in schwarz-weiß zu reiten und das Pferd einzuflechten. Da ich mir aber kein Turnierjacket anziehen wollte, entschied ich mich für ein schwarzes Langarm-Poloshirt der Marke Steeds.

Vor Beginn des Lehrgangs sollten wir uns für eine Dressuraufgabe entscheiden, die wir im Rahmen des Lehrgangs reiten wollten. Ich entschied mich für die A6, da sie weder mir noch Dragon liegt. Zwei Tage vor dem Dressurlehrgang erhielten wir dann die Einteilung; ähnlich einer Zeiteinteilung bzw. einer Starterliste auf dem Turnier. Ich ritt im zweiten Teil des Feldes und 13:25 Uhr und hatte damit genügend Zeit.

 

Das Abreiten

Nachdem ich Dragon in Ruhe geputzt und eingeflochten habe ging es los.

Ich entschied mich, Dragon auf der Straße hoch und runter Schritt abzureiten, damit wir in der kleinen Abreitehalle nicht im Weg reiten würden. Ich kalkulierte zum Abreiten 10 Minuten Schritt ein plus 30 Minuten warmreiten. Ich wusste allerdings nicht, ob das reichen würde. Die Zeit des perfekten Abreitens muss ich noch in Erfahrung bringen.

Eine halbe Stunde vor meiner Prüfung ritt ich dann in die Abreitehalle. Meine Freundin erwartete mich schon oben, um mich zu unterstützen und zu filmen. Dafür bin ich ihr unglaublich dankbar!

In der Abreitehalle stellte ich fest, dass die Abreitehalle ein größeres Problem für mich, als für Dragon war. Mir war sie viel zu klein und ich hatte zu tun, nicht allen anderen Lehrgangsteilnehmern im Weg rumzureiten. Zu Beginn konnte ich mich gar nicht richtig konzentrieren und fühlte mich nicht richtig da.

Ich war zwar aufgeregt, aber jetzt auch nicht so aufgeregt, wie vor einem tatsächlichen Start gewesen wäre, da ich ja wusste, dass es eine Übung ist. Zumal Dragon nach der langen Winterpause und seiner Kopfverletzung (wie das klingt) erst eine Woche geritten wurde und ich meine Anforderungen eh nach unten geschraubt habe, waren meine Erwartungen auch nicht zu hoch.

Ich entschied mich aber den Lehrgang trotzdem zu reiten, auch wenn Dragon noch nicht wieder richtig „in Form“ ist, weil der Lehrgang bei uns in der Nachbarschaft war, wir nicht fahren mussten und die Erfahrung uns nur reicher machen konnte.

Das einzige vor was ich aufgeregt war, war die Meinung der Richterin zu hören. Denn ich wollte mit diesem Lehrgang auch herausfinden, ob wir schon so weit sind eine A-Dressur auf dem Turnier zu reiten oder noch eine Saison warten müssen. Daher habe ich mich dann doch etwas verrückt gemacht.

 

Beim Abreiten lief Dragon ganz gut. Ihm störten die ganzen Pferde überhaupt nicht. Nur ich habe Dragon schon in der Abreitehalle viel zu forsch geritten. Insgesamt hatte ich aber zum Ende des Abreitens ein gutes Gefühl. Das Abreiten könnt ihr euch ja auch in meinem kommentierten Video ansehen.

Die Aufgabe

Pünktlich durfte ich dann loslegen. Nach dem Einreiten in die Prüfungshalle ritt ich als erstes am Richtertischchen vorbei, da Dragon da ja bei unserem Turnier im Oktober etwas Angst davor hatte. Heute störte es ihn überhaupt nicht und er ging daran vorbei, als sei es völlig normal. Eigentlich hätte ich mich da schon entspannen können, aber irgendwie hatte ich immer noch das Gefühl, dass die Aufgabe schiefgehen könnte.

Nachdem ich eine Runde auf dem Zirkel getrabt bin hielt mich die Richterin an und sagte zu den Zuschauern und zu mir, dass man seine Haare immer zu einem Knoten zusammenbinden soll, ein Haarnetz nutzen oder es wenigstens den Zopf mit einer Klammer am Kragen der Bluse befestigen soll. Denn ein hüpfender Zopf lässt den Sitzt immer unruhig wirken. Ich bin froh, dass ich dieses Mal zu faul war, mir ein Haarnetz reinzumachen, denn sonst hätte ich diesen Hinweis nie erhalten und wäre vielleicht mal eine Dressur mit geflochtenem Zopf geritten..

Dann durfte ich mit der Aufgabe beginnen. Beim Einreiten habe ich mich so auf das geradeausreiten konzentriert, dass ich beinahe vergessen habe anzuhalten. Das Halten war dadurch natürlich eine Katastrophe. Wie blöd ich manchmal auch bin.

Die Aufgabe sah dann vor bei C auf die linke Hand abzubiegen und von oben von F über X nach H durch die ganze Bahn zu wechseln und dabei die die Tritte zu verlängern. An der langen Seite hatte ich aber irgendwie das Gefühl, dass Dragon beim Tritte verlängern nicht reagieren würde und ritt ihn etwas mehr vorwärts. Das war natürlich das dümmste was ich machen konnte, denn er war ja schon viel zu schnell. Und so kam es wie es kommen musste, er galoppierte mir beim Tritte verlängern an, weil ich ihn viel zu sehr überfallen habe und er überhaupt keine Chance hatte, etwas Anderes zu tun. Das war eindeutig ein Reiterfehler. Und so lief das die ganze Aufgabe. Dragon war die Ruhe selbst und ich viel zu unruhig und hektisch. Ich habe ihn schlecht auf die Lektionen vorbereitet, daher waren die Übergänge auch nicht gut. Auch die Hufschlagfiguren wurden von mir schlecht angelegt usw..

Am Ende habe ich mich ganz schön geärgert, dass ich es so versaut habe. Denn auf Dragon war ich an diesem Tag wirklich stolz!  Allerdings weiß ich jetzt, woran ich mit Dragon im Training arbeiten muss.

Die Kritik der Richterin war jedoch besser als ich erwartet hatte. Als erstes lobte sie den tollen Schritt von Dragon, worüber ich mich unglaublich freute. Denn wer uns schon von Anfang an verfolgt, weiß, dass Dragon nur Pass gelaufen ist, als ich ihn bekommen habe. Daher ist so ein Kompliment natürlich was ganz Besonders.

Die Richterin sagte aber auch ganz direkt und ehrlich, dass ich Dragon viel ruhiger reiten müsse. Dann wäre er auch entspannter und könnte eher mal loslassen.

Nach ihrem Kritikgespräch ritt ich nochmal kurz nach ihrer Anweisung und habe sofort gemerkt, was sie gemeint hat. Denn ich saß auf einem ganz anderen Pferd.

Nachdem ich das Videomaterial gesichtet habe und mein Reiten sah, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln, denn schön ist was Anderes. Auch wenn Dragon schon viel besser geworden ist, muss ich es endlich hinbekommen, vernünftig auf ihm zu sitzen. Hier wartet noch viel Arbeit auf mich. Denn wenn ich eine ruhigere Einwirkung habe, wird Dragon auch ruhiger laufen. Aber auch an der stetigen und ruhigen Anlehnung müssen wir noch arbeiten.

Was mich etwas gewundert hatte war, dass die Richterin nichts zu Dragons Zähnegeklapper gesagt hat. Hier hätte ich erwartet Kritik zu hören, aber irgendwie hatte ich dann auch vergessen zu fragen.

Für alle die es interessiert habe ich hier noch mein Protokoll.

Protokoll_A-Dressur
Protokoll der A-Dressur Aufgabe A6

Ich freute mich besonders über den Satz im letzten Abschnitt, dass wir ein gut zusammenpassendes Paar sind. Ob sie das jetzt nur zur Motivation reingeschrieben hat oder es wirklich so sieht ist mir eigentlich egal – mich freut es sehr!

Bevor ich rausgeritten bin habe ich die Richterin noch gefragt, ob wir soweit sind, diese Saison A-Dressuren zu reiten und bekamen ein „Go“. Nun habe ich das offizielle Go auf Turnieren starten zu können und einen Berg voller Arbeit.

Hier noch das Video:

Ich bin gespannt, wie die nächste A-Dressur aussehen wird.

Fazit:

Während dieses Lehrgangs habe ich gemerkt wo meine Fehler liegen und an welchen Dingen ich noch arbeiten muss. Zum einen fehlt mir komplett die Turnierroutine, die ich als Kind eigentlich schon hatte. Doch ich bin einfach zu lange keine Turniere mehr selbst geritten. Dazu gehört auch die Frage wie lange ich abreite und die Gelassenheit in der Aufgabe selbst.

Jetzt danke ich dir erst einmal, dass du diesen letzten Satz noch liest und damit so lange durchgehalten hast.

Bis zum nächsten Mal.

Alles Liebe, Claudia

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