Gymnastikstunde

[Tagebucheintrag] 08.11.2016 – Gymnastikstunde mit Dragon

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Hallo ihr lieben,

am Dienstag bin ich Dragon das erste Mal wieder in der Springstunde mitgeritten. Das schöne aber war, dass wir gar nicht im eigentlichen Sinn gesprungen sind, sondern vielmehr reine Cavalettiarbeit machten. Heute ging es vor allem darum, die Pferde zu gymnastizieren, Linienführungen zu üben und die Rittigkeit zu verbessern.

Das hört sich erst einmal ganz leicht an. Ich mein, wie schwer kann es denn sein, über ein paar Cavalettis zu galoppieren? Aber ich fand die Stunde ganz schön anspruchsvoll. Nicht was die Höhe der Sprünge anging. Das gar nicht. Aber es war anstrengend für den Kopf, die Konzentration und auch für die Kraft. Denn gerade für Dragon ist es nicht einfach lange gesetzt zu galoppieren. Und auch enge Wendungen im Galopp fallen ihm noch schwer.

Aber mal von vorne.

Nachdem ich nun vor zwei Wochen den Springlehrgang geritten bin, wollte ich nicht wieder so lange warten, bis ich mit Dragon wieder springe. Aber ich möchte ihn natürlich nicht überfordern. Er soll erst einmal wieder langsam von vorne anfangen, das Vertrauen gewinnen und Spaß daran haben. Denn ich glaube, gerade jetzt im Winter, wo ich nicht mehr so oft ins Gelände reiten kann, ist Abwechslung das A&O. Und beim Springlehrgang hatte Dragon ja Spaß.

Also entschied ich am Dienstag es einfach mal zu versuchen, behielt mir aber die Möglichkeit offen, die Stunde abzubrechen, sobald ich merke, dass Dragon keinen Spaß hat oder überfordert ist. Doch das war gar nicht nötig.

Zu Beginn ritt ich Dragon lange ab und schaute schon beim Abreiten, dass ich mit dem rechten Schenkel durchkomme und er sich vom Hals her etwas fallen lässt. Ich achtete auch darauf, die Wendungen und Hufschlagfiguren korrekt zu reiten. Auch versuchte ich Dragon im Galopp im Genick locker zu halten, ihn am Bein zu haben und vor mir zu galoppieren. So fällt dann auch das „Springen“ leichter, weil ich ihn viel besser setzen kann.

Springgymnastik

Nach dem Abreiten trabten wir von rechts und links abwechselnd über die Trabstangen. Ziel war es die Pferde vor uns nach den Stangen zu arbeiten, die Wendungen korrekt durchzureiten und die Pferde locker über die Stangen traben zu lassen. Dragon wurde zwischendrin mal etwas eilig, macht es aber ansonsten sehr gut.

Die nächste Übung war dann schon schwieriger und für Dragon als erste Übung nicht ganz so geeignet. Denn wir mussten durch den Zirkel wechseln und dabei über das Cavaletti galoppieren. Diese enge Wendung bekomme ich mit Dragon noch nicht so gut hin. Da muss ich ihn schon wirklich gut am Bein haben. Es fällt ihm sehr schwer durch die engen Wendungen zu galoppieren, sodass er gerne nach Außen über die Schulter drängelt. Ich habe dann immer Angst, dass ich zu grob werde oder zu sehr innen ziehe. Also habe ich mich dazu entschieden, lieber noch ein oder zwei Runden auf dem Zirkel zu galoppieren. Und zwar so lange, bis ich das Gefühl hatte, die Wendung einigermaßen reiten zu können. So hat das dann auch gut geklappt.

Bei der dritten Übung stand ich uns eher im Weg, als Dragon sich. Denn es war eine Distanz mit sechs Galoppsprüngen; durch die Länge der Bahn wechseln. Nach dem ersten Sprung der Distanz mussten wir zwischen zwei eng stehenden Ständern durch. Ich dachte der Platz würde nicht reichen und so habe ich den „Durchritt“ zwei Mal vergeigt, weil ich Dragon nicht gerade genug gehalten habe.

Bei der anschließenden Übung galt es zwei Mal durch die ganze Bahn wechseln zu reiten und dabei jeweils zwei zweifache Kombinationen zu überwinden. Dabei stand die Kombination auf der ersten Linie auf zwei und danach aus drei Galoppsprüngen und auf der zweiten Linie auf drei und danach auf zwei Galoppsprüngen.

Diese Übung war schon eine kleine Herausforderung. Denn beim Durchreiten der Diagonalen und bei langen Galoppwegen wird Dragon immer länger, weshalb gerade die zweite Linie sehr kniffelig war. Denn dort, wo Dragon hätte gesetzt am Bein galoppieren müssen, wurde er lang. Da die Steilsprüngchen wirklich sehr niedrig gebaut waren, ging es noch. Wären es wirkliche Steilsprünge gewesen, hätte ich hier die Stunde beendet.

Obwohl die Übung viel von Dragon abverlangte, arbeitete er super schön mit und ich hatte ein tolles Gefühl.

Danach ritten wir die Steilsprünge noch einmal mit gebogenen Linien und in unterschiedlichen Kombinationen.

Ich habe richtig gemerkt, wie Dragon im Laufe der Stunde immer besser wurde. Aber für ihn war es auch anstrengend.

Obwohl ich der Stunde wirklich sehr skeptisch gegenüberstand, weil ich Angst hatte, Dragon mit diesen Linienführungen zu überfordern, bin ich froh, dass ich es gemacht habe. Denn die Stunde hat mir gezeigt, dass ich mich wirklich auf Dragon verlassen kann und er immer versucht sein Bestes zu geben. Sie hat mir aber auch gezeigt, dass ich noch viel Arbeit vor mir habe.

Wir müssen an der Durchlässigkeit und an der Losgelassenheit arbeiten. Dann fallen uns auch die Linien leichter.

Hier noch ein kleines Video von der Gymnastikstunde.

 

Alles Liebe,

Claudia

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