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[Montagsserie] Turnierreiten: Die Regelwerke FN

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Hallo ihr lieben,

da wir in der letzten Montagsserie mit dem Thema Hilfszügel abgeschlossen haben, wollen wir heute mit einem Thema starten, dass jetzt wieder ganz aktuell wird. Denn die Turniersaison steht in den Startlöchern oder hat bei vielen Reitern sogar schon begonnen.

Daher wollen wir euch in den nächsten Beiträgen der Montagsserie alles rund um das Thema Turnierreiten erzählen. Ziel dieser Beiträge ist es, euch einen groben Überblick über das Turniergeschehen zu verschaffen. Wir wollen euch die Frage beantworten, was alles dazu nötig ist, um überhaupt auf einem Turnier starten zu dürfen, was die Klassen bedeuten und welche Reitabzeichen dazu nötig sind, wie das mit dem Nennen funktioniert und wie man ein Pferd darauf vorbereitet. Auch einen Beitrag über die Kleidung und Ausrüstung von Reiter und Pferd wird es geben. Am Ende erstellen wir euch eine Checkliste fürs Turnier zur Verfügung, die ihr euch dann herunterladen und ausdrucken könnt.

Da es zu diesem Thema sehr viel zu erzählen gibt und wir euch die Fragen noch rechtzeitig beantworten wollen, werden wir jetzt erst einmal jeden Montag einen neuen Beitrag veröffentlichen. Einige werden eher kürzer ausfallen, andere dafür etwas länger sein.

Wenn ihr spezielle Fragen habt, schreib sie uns gerne in das Kommentarfeld oder per Mail an zwinkerlingsreitsportblog@gmail.com und wir werden sie im Laufe dieser Serie versuchen zu beantworten.

In dem heutigen Beitrag geht es erst einmal darum, euch die Regelwerke der Deutschen Reiterlichen Vereinigung im Überblick zu vorzustellen. Denn in den Regelwerken ist alles festgelegt, was mit einem Turnierstart zusammenhängt. Es kommt nämlich auch darauf an, welche Turniere ihr reiten wollt.

Die Regelwerke der FN

Regelwerke der FN

Grundsätzlich gilt, dass alles, was mit einem Turnier oder einer breitensportlichen Veranstaltung im nationalen Umfeld zu tun hat, in den Regelwerken der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (kurz FN) geregelt ist.

Dazu gehören:

  • die Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO)
  • die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO)
  • die Wettbewerbsordnung für den Breitensport (WBO)
  • die Aufgabenhefte für Reiten, Fahren und Voltigieren

Die Regelungen für internationale Turniere finden sich in der Regelwerken der Internationale Reiterliche Vereinigung  – Fédération Equestre Internationale (FEI) wieder, wobei die in unserer Reihe eher eine untergeordnetere Rolle spielen werden. Vielleicht haben wir Glück und finden jemanden, der Lust und Zeit hat einen Gastbeitrag über den Internationalen Reitsport zu schreiben.

Nun möchten wir euch aber einen kurzen Überblick über die Regelwerke geben

Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO)

Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung

Die Ausbildungs-Prüfungs-Ordnung (APO) sollte in jedem Reitverein, in jedem Ausbildungsstall und eigentlich auch bei jedem Reiter im Regal stehen. Denn darin ist die einheitliche Ausbildung und Prüfung der Reiter, Fahrer und Voltigierer geregelt. Aber auch die Regeln der Pferdezucht- und Haltung sind in der APO festgelegt. Im Grunde bauen die Richtlinien der FN auf der APO auf.

Die APO ist für den Turniersport deshalb so wichtig, weil darin u.a. das 10-stufige Reitabzeichensystem geregelt ist, aber auch Informationen zu den Ausbildunger- und Richterämtern.

Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO)

Leistungs Prüfungs Ordnung LPO

Das wichtigste Regelwerk für die Turnierteilnahme an „offiziellen“ Turnieren ist die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Denn in der LPO sind alle Fragen rund um die Durchführung von Wettbewerben und Leistungsprüfungen geregelt. Hier steht drin, was ich mit welchem Pferd wie reiten darf. Es ist zum Beispiel geregelt, dass man nur an Turnieren teilnehmen darf, wenn man einem Reitverein angehört. Das heißt, ohne (Stamm-) Mitglied eines Reitvereins zu sein, darf man gar nicht an sogenannten „LPO-Turnieren“ teilnehmen. In der LPO ist aber auch festgelegt, welches Ausrüstungsgegenstände der Reiter und für sich und das Pferd einsetzen darf.

Die LPO erscheint alle 5 Jahre. Im nächsten Jahr, also 2018 wird wieder eine neue LPO veröffentlicht.

Wettbewerbsordnung für den Breitensport (WBO)

WBO-Wettbewerbsordnung

Die Wettbewerbsordnung für den Breitensport (WBO) gibt es noch gar nicht allzu lange. Früher gab es immer sogenannte „inoffizielle“ kleinere Turniere, an denen auch viele Freizeitreiter aus Spaß teilnahmen. Gerade für Turniereinsteiger waren diese Turniere ideal, denn auf diesen Turnieren waren nur die kleinen Prüfungen ausgeschrieben.

Nun heißen diese kleinen Turniere Breitensportveranstaltungen und haben ein eigene Wettbewerbsordnung.

Bei den sogenannten „WBO“-Turnieren geht es um den Spaß. Hier haben die Profis und Berufsreiter nichts zu suchen. Das Besondere an diesen Turnieren ist, dass sie nicht nur Spring- und Dressurwettbewerbe in den kleinen Klassen beinhaltet, sondern auch Spiele mit dem Pferd ausgeschrieben sind. Bei einem WBO-Turnier war z. B. mal eine Prüfung „Sitz – Platz – Pfote. Hund u. Herrchen in Aktion“ ausgeschrieben, bei einem anderen Turnier ein Kostümspringen oder ein Jump-and-Run.

Die Wettbewerbsordnung (WBO) regelt dabei hauptsächlich die Sicherheit von Pferd und Reiter und gewährleistet die Einhaltung des Tierschutzes.

Aufgabenhefte für Reiten, Fahren und Voltigieren

Aufgabenheft Reiten

Als letztes gibt es noch die Aufgabenhefte für Reiten, Fahren und das Voltigieren; je nach Disziplin.

Die Aufgabenhefte sind eine Ergänzung zur LPO und enthalten die Prüfungsarten, die Anforderungen und die Kriterien zur Bewertung.

Im Aufgabenheft Reiten sind zum Beispiel die Anforderungen an das Reiten von Dressur- und Springprüfungen erläutert, es werden die Bewertungskriterien der Spring- und Dressurprüfungen dargestellt und allgemeine Hinweise zu den Aufgaben gegeben.

Außerdem beinhaltet das Aufgabenheft die Dressuraufgaben und die Parcours für die Stilspringprüfungen nach Standardanforderungen.

Neben der LPO ist das Aufgabenheft das wichtigste Regelwerk, was immer zur Hand sein sollte.

So, nun habt ihr erst einmal einen Überblick über die Regelwerke nach denen sich Reiter und Veranstalter richten müssen.

Im Beitrag in der nächsten Woche möchten wir euch die grundlegenden Anforderungen an das Turnierreiten nach LPO und WBO erläutern und kurz die Unterschiede zwischen LPO und WBO Turnieren darstellen.

Nach diesem Beitrag könnt ihr dann schon mal prüfen, ob ihr alle Anforderungen an den Turnierstart erfüllt und was ihr evtl. noch erledigen müsst.

Alles liebe.

Eure Zwinkerlinge

Quelle: Deutsche Reiterliche Vereinigung

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