[Montagsserie] Hufschlagfiguren T3 Alles Rund Zirkel &Co

Veröffentlicht von

Hallöchen

Nachdem es in den letzten beiden Teilen eher um die geraden Linien wie Ganze Bahn, Durch die Ganze Bahn wechseln, Durch die Länge der Bahn usw ging, soll es in diesem Beitrag rund werden. Heute greifen wir die Hufschlagfiguren Auf dem Zirkel geritten, Aus dem Zirkel wechseln und durch den Zirkel wechseln auf. Die Hilfengebung für alle Wendungen sind beim Zirkel mit beschrieben. Diese ist für alle gebogenen Wendungen bindend und muss nur angepasst werden. So dass ich es nicht bei jeder Hufschlagfigur erneut beschreiben werde.

Zirklevariationen

Auf dem Zirkel geritten

Ganz allgemein bezeichnet der Zirkel einen Kreis und Kreise sind in der Regel rund. Also kein Ei, nicht oval, haben keine Ecken und auch keine unterschiedlichen Rundungen, sie werden auch nicht immer kleiner oder größer und genau da liegt die Schwierigkeit. Beim reiten des Zirkels wird die Bande drei mal berührt, es gibt aber vier Zirkelpunkte auf jedem Zirkel. Der vierte ist x in der Mitte der Bahn. Die anderen sind A/C, R/P, S/V. Je nachdem, ob der Zirkel bei A oder C angelegt wird. Das Pferd wird auf dem Zirkel gebogen und gestellt. Wenn man das Pferd von Oben betrachten würde, sollte die Wirbelsäule des Pferdes vom Schweif bis zu den Ohren deckungsgleich mit der Zirkellinie sein. Das heißt das Pferd sollte nicht zu stark gestellt oder gebogen werden, aber auch nicht gerade um die Wendung gehen. Es muss darauf geachtet werden, dass das Pferd nicht nach außen über die Schulter ausbricht, die Hinterhand nicht nach außen wegtritt oder nach innen schiebt. Auch besteht die Gefahr, das das Pferd die Schulter nach innen „fallen“ lässt. Also nach innen abkippt. Bei der Stellung ist darauf zu achten, dass das Pferd sich nicht im Genick verwirft oder zu stark gestellt ist. Wenn das Pferd sich im Genick verwirft, sieht man das von Oben. Und zwar sind dann die Ohren/Genick und das Maul nicht mehr in Lot, sondern schief. Das Maul steht weiter seitlich wie das Genick. Den korrekt angelegten Zirkel zu reiten gelingt nur, wenn der Reiter die korrekten Hilfen gibt.

Die Hilfengebung

Die Hilfengebung ist wie bei allen gebogen Linien auch, also genauso wie man auch eine Ecke durchreitet. Der innere Gesäßknochen wird vermehrt belastet und leicht nach vorne geschoben. Nicht nach hinten, damit würde man das innere Hinterbein am Vortreten hindern. Der innere Schenkel bleibt am Gurt und sorgt am Rippenbogen für die Biegung. Mit diesem reitet man das Pferd gegen den äußeren Zügel. Der äußere Schenkel wird verwahrend etwa eine Handbreit hinter den Gurt geführt Damit verhindert man das Ausbrechen der Hinterhand.  Der Oberkörper wird in die Wendung mitgenommen, was bedeutet, das die innere Schulter nach hinten geht und die Äußere nach vorne. Das ist auch mit diagonaler Hilfengebung gemeint. Durch das Eindrehen vom Oberkörper, können die Hände/ Arme unverändert verbleiben. Es kommt automatisch zur Stellung. Dadurch kommt automatisch die innere Hand zum annehmen und die Äußere zum nachgeben. Aber auch nur so viel, wie von der Stellung und Biegung verlangt wird. Der äußere Zügel wirkt verwahrend, begrenzt die Stellung und verhindert das Ausbrechen der Schulter nach Außen. Glaubt ihr nicht? Dann setzt euch auf einen Stuhl, stellt die Hände aufrecht vor euch wie beim reiten und dreht den Oberkörper nun seitlich. Je mehr ihr eindreht, desto weiter folgen die Hände. Und wenn ihr das gerade probiert im Sitzen, bringt ihr dabei die Hüfte nicht mit nach hinten, sondern schiebt sie einseitig nach vorne. Hilfengebung kann man gut auf einem Stuhl üben, wenn man sich darauf setzt wie auf einem Pferd.

Zusammenfassung: Also innere Hüfte nach vorne, den inneren Gesäßknochen vermehrt belasten, innere Schulter nach hinten, innere Schenkel treibt am Gurt. Äußere Schenkel verwahrend, äußere Hüfte leicht weiter hinten, äußere Schulter nach vorne = Hilfengebung auf einer Wendung = diagonale Hilfengebung

Einsatz

Den Zirkel nutzt man vor allem in der Lösungsphase. Er lässt sich gut kombinieren in der Arbeitsphase mit Zirkel verkleiner, vergrößern, Auch Seitengänge auf dem Zirkel sind machbar, wie z.B. Schultervor auf dem Zirkel. Auch Zulegen und Einfangen auf dem Zirkel kann man gut durchführen. Alle Wendungen veranlassen das Pferd zum vermehrten Untertreten unter den Schwerpunkt, je enger die Wendung, desto mehr Last muss das Pferd aufnehmen. Es dienst der Gymnastizierung und sorgt für die Geraderichtung.

Aus dem Zirkel wechseln

Aus dem Zirkel wechseln ist eine Hufschlagfigur bei der ich die Hand wechsel. Man wechselt von einem Zirkel auf den anderen. Z.B. Von Zirkel bei A zum Zirkel bei C. Ablauf ist wie folgt. Man beginnt einen ganz normalen Zirkel, oder ist auf einem Zirkel. Vor X beginnt man das Pferd gerade zu richten. Dabei wird das Pferd umgestellt und die Hilfengebung wird auf die neue Hand eingestellt. Das Umstellen des Pferdes auf die neue Hand, sollte nicht länger als maximal zwei Pferdelängen andauern. Nach X wird der neue Zirkel eingeleitet. Dieser Zirkel beginnt dann quasi bei X. Anschließend kann auf dem neuen Zirkel verblieben werden oder es wird eine neue Hufschlagfigur oder Lektion angesetzt. Eingesetzt wird die Hufschlagfigur oft um die Hand zu wechseln, auch kombiniere ich diese gern mit einem einfachen Galoppwechsel bei X oder mit einem fliegenden Wechsel.

Durch den Zirkel wechseln

Durch den Zirkel wechseln ist ebenfalls eine Hufschlagfigur bei der ich die Hand wechsel, aber auf dem gleichen Zirkel bleibe. Grundsätzlich lege ich quasi zwei halbe Volten aneinander als S Linie um durch den Zirkel zu wechseln. Es gibt mehrere Möglichkeiten die Figur zu beginnen. Entweder wie ich auf dem Video bei x oder wie auf der Zeichnung bei R,P,S,V. Je nachdem auf welchem Zirkel und auf welcher Hand ich mich befinde. Im Prinzip habe ich die gleiche S Linie wie bei „Aus dem Zirkel wechseln“ nur eben nicht auf 2 Zirkel sondern durch einen. Ich beginne also bei C/A oder wie ich bei R/P/S/V eine halbe Volte, in den Zirkel, anschließend stelle ich mein Pferd und meine Hilfen um, biege es auf der neuen Hand und reite eine weitere halbe Volte. Ich habe aber nur eine Pferdelänge Zeit. Hat man durch den Zirkel gewechselt, reitet man anschließend einen ganz normalen Zirkel.

Bei der Hufschlagfigur, muss man das Pferd schon gut zwischen den Schenkel und Zügeln haben, um ein Ausweichen von schulter oder Hinterhand in eine Richtung zu verhindern. Auch nimmt das Pferd vermehrt Last auf. Die reiterlichen Hilfen müssen schon gut zusammenarbeiten. Das Pferd wird bei der Übung gymnastiziert und an der Geraderichtung wird gearbeitet. Im Galopp kann man dies gut zum Einleiten des einfachen Galoppwechsels nutzen. Grund. Das Pferd nimmt Last auf die Hinterhand aus und ist vermehrt an den reiterlichen Hilfen. Er kann nicht weg rennen oder auf die Vorhand fallen, so wie auf der Geraden Linie. Wenn man einen Zirkel reitet und dann durch den Zirkel wechseln einleitet, kann man auf der Wechsellinie zum Schritt durch parieren und gut auf der neuen Hand angaloppieren, das Pferd ist zusammengeschoben und hat die Last vermehrt auf der Hinterhand. Das gleiche funktioniert gut wenn man z.B. auch vom Trab zum Halten durch pariert.   Stellt man dann nämlich fest, dass das Pferd drängelt, kann man einfach die Volte beenden, dies kombinieren und erneut einleiten.

Mittelzirkel

Der Mittelzirkel ist ein Zirkel um X. Er wird genauso geritten wie ein normaler Zirkel, nur ist er verschoben. X stellt die Mitte des Zirkels. Also die Stichstelle, wenn man einen Zirkel ansetzen würde.. Der Mittelzirkel berührt nur an 2 Punkten die Bande, dies ist bei B und bei E. Die anderen beiden Zirkelpunkte stellen I, L auf der Mittellinie. Der Mittelzirkel ist dezent schwieriger zu reiten, als der normale Zirkel, weil er weniger Anlehnung zur Bande aufweist.

Zum Schluss

Das soll es für heute gewesen sein, war ja auch genug Text. Im nächsten Beitrag geht es dann um Kehrtvolten, Volten, Aus der nächsten Ecke kehrt, Acht usw. Als letzten Beitrag erwarten euch dann die ganzen Varianten der Schlangenlinien.

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