[Montagsserie] Hilfszügel, ihre Verschnallung und Anwendung Teil 3

Veröffentlicht von

Hallöchen,
nachdem jetzt die meisten Hilfszügel schon genannt wurden, habe ich im Teil 3 die Hilfszügel zur Erläuterung ausgewählt, die nur zum Reiten geeignet sind.

Schlauferzügel:
Diesen Hilfszügel führe ich nur auf, weil er so beliebt ist und man ihn auf jedem internationalen Turnier und in Profiställen zu sehen bekommt. Eigentlich hat er aber nichts zu suchen und darf auch gerne abgeschafft werden. Ich empfinde ihn als Waffe ohne langfristige Wirkung. Im Gegenteil.
Den Schlaufzügel gibt es aus Leder oder Stoff. Er sieht aus wie der Laufferzügel, nur länger. Er wird zwischen den Vorderbeinen des Pferdes am Gurt befestigt, verläuft durch das Gebiss direkt zur Reiterhand. Er ist nur zum Reiten „geeignet“. Er wird gerne bei starken Pferden und Hengsten eingesetzt, die ohne dieses Ding kaum kontrollierbar wären. Damit, kann man den Kopf so schön zwischen die Beine des Pferdes ziehen. Verstärkt sich ja die Wirkung durch den Verlauf. Das Pferd kann sich aus dieser Schlinge nicht wehren, wenn der Reiter nur fest genug daran zieht. Ursprünglich ist er dazu gedacht gewesen, den früher groben und noch schwerfälligen festen Pferden, den Weg in die Tiefe zu zeigen. Also eine Vorwärts- Abwärts Dehnung zu erreichen. Wenn er dafür verwendet wird und das komplett fachgerecht, mag das funktionieren. Nur gibt es nur wenige die diesen Schlaufzügel fachgerecht und korrekt anwenden. Ich bin davon ein absoluter Gegner. Ich kenne kein Pferd was nachhaltig besser geworden ist, nachdem er mit dieser Waffe geritten wurden ist. Im Gegenteil. Das Pferd versucht sich dem Druck zu entziehen und erzeugt Gegendruck. Damit werden nicht die Oberen Halsmuskeln, sondern die Unteren verstärkt. Ich erreiche also das Gegenteil. Das Pferd macht sich im Rücken fest und drückt ihn weg. Meist lässt sich beobachten dass das Pferd den Kopf an die Brust gezogen bekommt, was den Eindruck einer Anlehnung erweckt. Die meisten Pferde strampeln dann aber mit festem weggedrückten Rücken dahin. Ist dieses Monster dann endlich draußen, zieht das Pferd den Kopf sofort wieder hoch. Dehnung nach Unten ist meist durch die falsch angerittene Halsmuskulatur kaum noch möglich. Glückwunsch. Ist das Ding dann wieder drin, weil ohne geht es ja nicht mehr, entzieht sich das Pferd dem Druck und rollt sich ein. Super. Rückentätigkeit gleich Null. Also wenn sie mit dem Ding nicht fachgerecht umgehen können, was wohl bei 90% der Fall ist, lassen sie das Ding draußen. Nehmen sie eine Reitstunde mehr oder verwenden sie einer der anderen Hilfszügel.

Köhlerzügel:
Der Köhlerzügel ist auch unter dem Namen Thiedemann- Springkombination bekannt. Er ist nach dem Erfinder Fritz Thiedemann benannt.
Der Köhlerzügel besteht aus mehreren Teilen. Zum Einen aus Zügel, an denen je 3 Ringe befestigt sind. Zum Anderen aus einem Martingal ähnlichen Gebilde. Es ist quasi aufgebaut wie ein Martingal, nur das die Gabel nicht kurz ist und in Ringen endet, sondern lang ist und einen Karabiner hat, welcher dann in den Zügeln befestigt wird, nachdem er durch das Gebiss gezogen wurde. Auf Deutsch: eine Kombination aus Martingal und Schlaufern, mit dem man sogar Springen kann. Es wirkt nicht so rabiat. Durch die Ringe lässt sich der Grad einstellen, Bzw. der Druck der wirken soll. Die Wirkung des Thiedemanns setzt erst ein, wenn das Pferd sich aus der Anlehnung löst und den Kopf entzieht. Geht er in Anlehnung oder Dehnung, wirkt nur der normale Zügel. Es verstärkt quasi die Wirkung des Martingals. Und ist eine echte Alternative zum Schlaufzügel. Man sollte jedoch darauf achten, dass der normale Zügel zu 90% wirkt und der Thiedemann nur einspringt, wenn die Kontrolle oder Anlehnung verloren geht. Nicht dass es anders herum ist. Ich muss sagen, dass ich diesen Hilfszügel selbst auch schon verwendet habe, wenn ich bei jungen oder starken Pferden mit keinem Anderen weiter gekommen bin. Quasi im Äußersten Notfall und nur kurzfristig. Als letzte Lösung. Ich habe damit gute Erfahrung gemacht und langfristig etwas erreichen können. Denn wenn ein Pferd immer ohne Rücken läuft, bekommt es Schmerzen und läuft dann gar nicht mehr. Es sollte nicht das Ziel sein, so ein Hilfszügel anzuwenden. Als letzte Lösung geht es jedoch mal. Da ich jetzt keine Berittpferde mehr reite und sie sicher auch nicht, werden sie diesen Hilfszügel wohl auch nie benötigen.

Martingal:
Das Martingal ist ein gängiger Hilfszügel, vor allem beim Springen, im Gelände und bei jungen Pferden. Es ist nur zum Reiten geeignet und kann auch langfristig angewendet werden. Es fällt nicht auf und zeigt nur im Notfall seine doch eher milde Wirkung. Es besteht aus Gummi oder Leder und ist in vielfältiger Variation zu finden. Oft befindet es sich gleich mit am Vorderzeug. Es besteht ganz grob gesehen aus einem Halsring. An diesem kann man sich im Falle eines Falles( Sturzes) zur Vorbeugung auch gut festhalten. Durch diesen Halsring verläuft ein Lederstück welches unten am Gurt befestigt werden kann und was sich im Oberen Drittel teilt. Am Ende der Gabel, ist dann jeweils ein Ring befestigt, durch welche dann der Zügel gezogen wird. Bei einem korrekt verschnallten Martingal, ist bei normaler Kopfhaltung, in Dehnungshaltung und bei erreichter Anlehnung die Zügelführung nicht gebrochen. Er wirkt erst, wenn das Pferd mit dem Kopf nach Oben schlägt oder sich heftig nach Oben entzieht. Es unterstützt den Reiter lediglich. Es entschärft Problemsituationen, indem es auf den Zügel nach Unten drückt. Es wirkt indirekt auf das Gebiss.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins × 4 =

*