[Montagsserie] Hilfszügel ihre Verschnallung und Anwendung Teil 1

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Hallöchen,

heute beginnt unsere 2. Montagsserie zu dem Thema Hilfszügel in ihrer Wirkung und wie sie verschnallt werden. Ich weiß, dass es ein heikles Thema in der heutigen Zeit ist, aber es ist ein notwendiges Thema und hat seine Bedeutung und Berechtigung. Es wird 3 Teile geben. Im Ersten geht es um die Hilfszügel, die vorrangig zum Longieren verwendet werde. Im Zweiten Teil sind dann die Thema, die zum Reitern sowie zum Longieren gleichermaßen verwendet werden und im dritten und letzten Teil geht es um die Hilfszügel, die ausschließlich zum Reiten verwendet werden. 

Ausbinder:

Der Ausbinder ist der gängigste Hilfszügel im Schulbetrieb. Ich verwende ihn zum Longieren eher nicht so gerne. Ich nutze lieber die Dreiecks- oder Laufferzügel.
Der Ausbinder besteht aus zwei einzelnen Lederriemen. Diese sind je 1,50 m lang. An dem einen Ende befindet sich der Karabiner zum Einhängen ins Maul und am anderen Ende die Verschnallung. Zur Befestigung zieht man das Ende durch den Gurt, klappt es nach vorne um. So entsteht eine Schlaufe. Das Ende wird durch eine schnalle gezogen und eingehakt. Der Rest wird in den Lederriemen befestigt. Die Höhe der Ausbinder richtet sich nach dem Ziel. In der Regel wird er so verschnallt, dass wenn sich das Pferd an das Gebiss heran dehnt, sich der Riemen auf Höhe des Buggelenkes des Pferdes befindet. Eine Anbringung weiter unten ist negativ, weil sonst der Ausbinder das Gebiss nach unten zieht. Eine Verschnallung weiter oben wird nur angewandt, wenn von dem Pferd eine Aufrichtung erwünscht wird. Die Länge richtet sich danach, ob ich noch in der Aufwärmphase bin, dann verschnalle ich ihn länger oder in der Arbeitsphase, dann verschnalle ich ihn kürzer. Wichtig ist, dass wenn das Pferd in Anlehnung geht die Nase nicht unter die Senkrechte gelangt. Die Vorteile des Ausbinders liegen darin, dass das Pferd die Anlehnung suchen kann. Es kann nach oben ausweichen, bekommt dann aber einen Druck. Entzieht es sich nach unten, wird ebenfalls ein Druck ausgeübt. Somit erreicht man eine relativ stabile konstante Anlehnung. Gerade beim Anlongieren ist dies eine gute Variante. Ein Erreichen der Stellung ist möglich, weil der inne Ausbilder kürzer geschnallt werden kann wie der äußere. Dadurch, dass die Riemen seitlich am Pferd verlaufen, wird das Pferd eingegrenzt und eine äußere Begrenzung wird gegeben. Ein Nachteil sehe ich darin, dass die Dehnung eines Pferdes nur möglich ist, durch länger schnallen der Ausbinder. In der Arbeitsphase ist die Dehnung begrenzt. Eine spontane Dehnung ist nicht möglich. Dies stört mich persönlich am meisten. Und das das Pferd eine große Möglichkeit hat sich nach oben frei zu machen. Die Wirkung setzt erst spät ein. Ein weiterer negativer Punkt ist, dass der volle Druck auf dem Gebiss liegt und bei jedem Schritt das Gebiss hin und her zieht. Das gleicht fast einem Riegeln.
Aber es hat seine Gründe, dass es der meist gebrauchte Hilfszügel ist. Praktisch, gerade für junge Pferde oder dem Schulbetrieb. Der größte Vorteil ist die äußere Begrenzung.

Laufferzügel:

Der Laufferzügel sieht so ähnlich oder genauso aus wie der Dreieckszügel, wird nur anders verschnallt. Und man benötigt zwei Riemen. Bei dem Dreieckszügel ist es nur einer. Der Laufferzügel ist etwa 2,50 m lang und hat an beiden Enden Verschnallmöglichkeiten. An denen lässt sich die Länge verstellen. Der untere Riemen wird etwa auf Buggelenkhöhe verschnallt. Dann verläuft der Riemen durch das Gebiss und wieder zurück zum Gurt. Das zweite Ende wird dann etwa 3-4 Handbreit höher, an dem entsprechenden Ring, befestigt. Es entsteht ein Dreieck. Dies wird an beiden Seiten durchgeführt. Durch die Variation der Abstände beider Enden lässt sich der Grad der Aufrichtung einstellen. Möchte ich eine Dehnungshaltung erreichen ist mein Abstand geringer, von beiden Enden. Möchte ich eine Aufrichtung, dann wähle ich einen größeren Abstand zwischen den Enden. Auch hier habe ich, genau wie beim Ausbinder, eine seitliche Begrenzung und die Möglichkeit der Stellung. Durch die Art der Verschnallung, ist es für das junge Pferd leichter die Anlehnung zum Gebiss zu finden. Der Druck wirkt auch nicht so direkt auf das Gebiss, wie bei den Ausbindern. Außerdem begrenzt es das Pferd eher nach oben hin, wenn es sich versucht frei zu machen. Ein Nachteil ist, dass die Anlehnung nicht so konstant gehalten werden kann, wie bei den Ausbindern. Ein Weiterer Nachteil, was eher eine Gefahr birgt ist, dass das Pferd dazu neigt auf die Vorhand zu fallen. Man muss also darauf achten, dass das Hinterbein aktiv bleibt und unter den Schwerpunkt tritt.

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Laufferzügel

Dreieckszügel:

Dreieckszügel sind ähnlich wie der Laufferzügel.
Man kann auch den Laufferzügel nutzen und nur anders verschnallen; dann muss man nicht extra Dreieckszügel kaufen. Der Dreieckszügel ist ebenfalls 2,50 m lang. Er besteht zumeist aus Leder und hat an dem unteren Ende eine Schlaufe. Diesen befestigt man. Am Ende der Schlaufe ist meist ein Ring, von dem aus zwei Riemen abgehen. Diese Enden ,genau wie der Laufferzügel, mit einer Verschnallung. An diesem wird die Länge eingestellt. Nimmt man die Laufferzügel, kann man einfach von beiden die unteren Enden am Gurt zwischen den Vorderbeinen des Pferdes befestigen. Der Dreieckszügel beginnt am Bauchgurt und verläuft zwischen den Vorderbeinen entlang zum Gebiss, wird durch das Gebiss von innen nach außen geführt, um schlussendlich am Longiergurt oder Bauchgurt des Sattel befestigt zu werden. Wieder ist der Riemen, der zum Gurt führt, auf Höhe des Buggelenkes zu verschnallen. Bei der Verschnallung ist darauf zu achten, dass die Nase des Pferdes nicht vor die Senkrechte gerät. Der Dreieckszügel wird vor allem zum Longieren, aber auch zum Reiten von jungen Pferden oder Korrekturpferden verwendet. Er ist mein Favorit. Er hat genau wie die anderen zwei den Vorteil, dass er das Pferd seitlich begrenzt und das eine Stellung möglich ist. Die seitliche Begrenzung ist jedoch etwas schwächer, als bei den anderen beiden. Der Hilfszügel animiert das Pferd dazu, den Hals fallen zu lassen und sich zu dehnen. Somit ist das Erreichen der Vorwärts – Abwärtsdehnung gut machbar. Das Pferd ist in der Lage, den Rücken aufzuwölben. Der Nachteil ist, dass das Pferd, wenn es sich nach oben entziehen möchte, Druck von unten auf das Maul bekommt. Das Gebiss drückt dann auf den Unterkiefer. Bei Pferden die angeritten werden und den Druck auf dem Maul nicht kennen, ist dieser Hilfszügel eher nicht sofort zu empfehlen. Es kann zu heftigen Gegenreaktionen kommen, was den Druck noch verstärkt. Das Pferd weiß ja noch nicht, dass wenn er den Hals senkt, der Druck geringer wird. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Anlehnung nicht konstant gehalten wird und das die Gefahr besteht, dass das Pferd zu tief kommt und auf die Vorhand fällt.

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Dies war Teil 1. Hier habe ich euch jetzt die gängigsten Hilfszügel zum Longieren vorgestellt. Wenn ihr noch Fragen habt, dann stellt sie mir einfach. Im Teil 2 erfahrt ihr mehr zum Halsverlängerer, Chambon und Gogue. Schlaufer- und Köhlerzügel und Martingal erwarten euch im 3. Teil.

Viele Grüße, Juliane

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