[Montagsserie Equidenpass] Zuchtbescheinigung, Abstammungsnachweis und Fragen

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Zuchtbescheinigung

Nachdem ihr in Teil 1 und 2 schon Einblick in die Inhalte eines Equidenpasses erhalten habt und Informationen über den Erhalt der Papiere, sol es heute um die Abstammungsnachweise und Geburtsbescheinigungen gehen. Außerdem beantworten wir noch ein paar Fragen.

Abstammungsnachweis und Geburtsbescheinigung

Abstammungsnachweise und Geburtsbescheinigungen sind Urkunden über die Abstammung und die Leistung eines Pferdes. Sie gelten als Zuchtbescheinigung im Sinne des gültigen Tierzuchtgesetzbuches, soweit Eltern und Großeltern in einem Zuchtbuch der selben Rasse eingetragen sind bzw. eingetragen werden können. Seit 1988 werden Abstammungsnachweise und Geburtsbescheinigungen anhand eines Pferdepasses ausgestellt. Zu jedem Pferdepass wird eine Eigentumsurkunde ausgefertigt, die den Eigentumsnachweis darstellt und daher vom jeweiligen Eigentümer sicher aufzubewahren ist. Abstammungsnachweis bzw. Geburtsbescheinigungen gehören zum Pferd und bleiben Eigentum des Verbandes. Sie sind nach Ableben des Pferdes an den Verband zu übergeben. Zweitschriften können auf Antrag, nach Vorlage einer eidesstattlichen Erklärung, mit notariell beglaubigter Unterschrift, ausgestellt werden. In diesem Schreiben muss hervor gehen, dass das Original verloren gegangen ist. Die Zweitschriften werden deutlich als solche Sichtbar gekennzeichnet. Es Bedarf weiterhin eine Nummerierung der Zweitschrift, sowie eine Abstammungskontrolle per DNA Nachweis und der Identifikation durch den Verband.

Ein Abstammungsnachweis wird ausgestellt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese sind folgende:

  • Beide Elternteile sind im Jahr der Bedeckung im Zuchtbuch eingetragen gewesen oder werden spätestens im Jahr der Geburt des Fohlens eingetragen
  • Der Vater muss die Voraussetzungen für die Eintragung ins Hengstbuch I erfüllen
  • Innerhalb eines Monats nach dem Abfohlen wurde das Ergebnis der Bedeckung, dem Gestüt oder der Deckstelle bzw. dem jeweiligen Hengsthalter zur Registrierung mitgeteilt
  • Das Fohlen muss bei Fuß der Mutter identifiziert wurden sein. Dies kann während einer Nachzuchtbewertung oder eines Brenntermins durch den Zuchtleiter, dessen Beauftragten oder anderweitig gesichert erfolgen.

Bevor ich in Teil 4 auf den Inhalt der Arzneimittelbehandlung eingehe, werde ich einige Fragen rund um den Pferdepass klären.

Die Fragen

Was muss ich als neuer Besitzer tun, wenn mein Pferd bereits einen ausländischen Pass hat??

Wenn das Pferd einen Pass hat, der in Deutschland noch nicht registriert ist und man selbst ist noch nicht als Besitzer eingetragen, muss man das Pferd in Deutschland registrieren lassen. Sollte ein Abzeichendiagramm vorhanden sein, wird es durch den Tierarzt mit dem jeweiligen Pferd abgeglichen. Ist keines vorhanden, muss der Tierarzt ein solches ausfüllen. Die Identifikation des Pferdes geschieht ebenfalls über den Tierarzt oder eines Beauftragten des Pferdezuchtverbandes. Dieses Diagramm muss im Anschluss mit einem Stempel und der Unterschrift desjenigen versehen sein, der das Pferd identifiziert hat. Weiterhin muss man das Geschlecht, die Farbe und das Geburtsjahr angeben. Hat man das Diagramm ausgefüllt oder das vorhandene Diagramm kontrollieren lassen, schickt man den Pass per Einschreiben an den Landesverband oder der FN. Die FN hat auch Formulare für einen solchen Fall vorgesehen. Die FN prüft dann die Angaben in dem Pass und trägt den Besitzer als Besitzer ein, also findet ein Besitzerwechsel statt, wenn der Besitzer sich ändern sollte. Wird der Pass anerkannt wird kein neuer benötigt. Wird er nicht anerkannt, muss ein neuer ausgestellt werden.

Identifikation Abzeichendiagramm

Was geschieht mit den erfassten Daten des Pferdes?

Alle angegebenen Daten die vom Pferdebesitzer, Züchter oder Tierarzt getätigt werden , werden in einer Datenbank der FN und dem Zuchtverband gespeichert. Auch die Grafik, also Abzeichendiagramm wird eingescannt. Auf diese Daten kann bei Besitzerwechsel, Verlust des Passes oder Diebstahl des Pferdes zurückgegriffen werden.

Ich habe einen Pass, aber der Teil Arzneimittelbehandlung fehlt, was tun?

Alle Besitzer, die einen grünen Pass vor der Neuregelung und Einführung beantragt hatten, haben automatisch diesen Abschnitt zugeschickt bekommen. Es könnte also sein, dass es noch beim Vorbesitzer liegt. Die Eintragung, ob ein Pferd zur Schlachtung bestimmt ist oder nicht, muss von einem Tierarzt oder Beauftragten des Zuchtverbandes der Landeskommission unterschrieben werden. Ein Pferd was einmal als Nicht-Schlachtung eingetragen ist, kann nicht mehr geändert werden. Zur Schlachtung bestimmte, jedoch in Nicht zur Schlachtung bestimmt.Die Pferde, die einen roten Pass haben, da muss man sich an den zuständigen Zuchtverband wenden. Bei FEI – Pässen, ist kein Nachtrag erforderlich, also es muss kein Neuer ausgestellt werden.

FEI- Pässe

Bevor man das Pferd/ Pony auf internationalen Turnieren (auch die in Deutschland stattfinden) vorstellen darf, benötigt meinen einen internationalen Pass der FEI. Den Nationalen in einen Internationalen Pass umzuwandeln geht recht einfach, wenn das Diagramm korrekt eingezeichnet ist. Die nötigen Unterlagen, kann man bei der FN anfordern oder im Downloadportal runterladen. Das Formular wird dann einfach ausgefüllt und zusammen mit dem Pass zur FN geschickt. Dabei noch als Notiz „Umwandlung in FEI Pass erwünscht“ hinterlegen. Pferde ohne internationalen Pass sind nicht startberechtigt auf den international ausgeschriebenen Turnieren. Startet man ein Pferd doch, was fast unmöglich ist, werden ordentliche Sanktionen verhängt. Es wird ein Eintrag bei der FEI getätigt und diesem dem Generalsekretär vorgelegt.

Hier geht´s zur FN, unter dem Text sind Links zu den Anträgen

Als Quelle nutzte ich mein Berichtshefter und die Unterlagen der Schule

Ich hoffe wir konnten euch einen Einblick geben. Tiefere Informationen erhaltet ihr bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) unter Pferd- aktuell oder bei den jeweiligen Zuchtverbänden.

 

Der Aktuelle Stand:

Inhalt kopiert bei der FN:

Der neue Pferdepass

Geändert hat sich insbesondere die Reihenfolge der einzelnen Abschnitte. Künftig sind die vorderen Seiten bis einschließlich Abschnitt V (Abstammungsnachweis) mit einer Seriennummer (Unique Equine Life Number) gekennzeichnet, weiterhin sind einige wesentliche, zur Identifikation des Pferdes/Ponys wichtige Seiten (Abschnitt I) durch die Nutzung von Sicherheitspapier vor Fälschung gesichert. In einigen Bundesländern, zum Beispiel Bayern, ist statt der Nutzung des Sicherheitspapiers eine Laminierung von Abschnitt I, Teil A verpflichtend.

Ausgestellt werden die neuen Pferdepässe wie bisher auch von den jeweils zuständigen Pass ausgebenden Stellen wie zum Beispiel den anerkannten Pferdezuchtverbänden oder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Aufgrund der verteuerten Herstellung erhöhen sich die Kosten bei der FN um 5 Euro pro Pass (Freizeitsportpferde, Turnierpferde bei der FN).

Die gute Nachricht: Für Pferde, die bereits einen korrekt ausgefüllten Pass besitzen, ändert sich nichts. „Pferdehalter und -besitzer sollten sich allerdings vergewissern, dass im vorhandenen Pass ein Arzneimittelanhang vorliegt und dort die Entscheidung, Schlachttier oder Nicht-Schlachttier, durch die Unterschrift des Eigentümers/Halters und des Tierarztes dokumentiert wurde“, empfiehlt Henrike Lagershausen, Leiterin der FN-Abteilung Veterinärmedizin. Hb

LG

Der nächste Beitrag zum Thema Arzneimittelbehandlung und Equidenpass erscheint in 2 Wochen

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