[Montagsserie] Equidenpass Pferd T.2 – Wie bekommt man einen Pass; die Farben & Geburtsbescheinigungen

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Hallöchen,

nachdem durch den ersten Beitrag aufgeführt war, was in einem Equidenpass enthalten ist und welche Funktion dieser hat, erfahrt ihr heute, wie man ihn bekommt und was die verschiedenen Farben zu sagen haben.

Wie bekommt man einen Pass?

Alle Pferde, Ponys, Esel mit Papieren (Abstammungsnachweis oder Geburtsbescheinigung) eines deutschen Zuchtverbandes bekommen einen roten Pferdepass mit einer Eigentumsurkunde. Diese bekommen sie nur von dem Zuchtverband, der auf dem Abstammungsnachweis oder der Geburtsbescheinigung steht. Die Equiden, welche ausländische Papiere besitzen bekommen beim Landesverband einen grünen Pferdepass. Dafür muss das Pferd durch einen Tierarzt oder einem Brennbeauftragten des Pferdeerzeugerringes identifiziert werden.  Auf einen Antrag werden alle Angaben des Pferdes,  die Abzeichen, Wirbel und Auffälligkeiten  durch einen Tierarzt aufgenommen. Dieses muss dann durch den Tierarzt oder dem Brennbeauftragten unterschrieben werden. Es kann sein, dass der Chip ausgelesen, oder eine Haarprobe genommen wird. Dies ist vor allem bei hochwertigen Hengsten der Fall. In diesem Falle wendet ihr euch am besten an euren Landesverband. Diese erklären euch dann alle weiteren Schritte. Es ist wichtig das die Abstammung sicher gestellt ist. Das hängt unter anderem auch damit zusammen, dass die Züchter bei erfolgreichen Sportpferden eine Züchterprämie erhalten und die Hengste diese Angaben zur Errechnung des Indexes benötigen. Anhand der Nachkommen wird errechnet, wie erfolgreich die Nachkommen sind und welche Qualität der Hengst vererbt. Mal so grob erklärt. Es ist viel komplizierter. Diese Hengstiformationen bekommt der Züchter in dem Jahrbuch Zucht und Sport der FN.  

Im Normalfall hat aber jedes Pferd über einem halben Jahr einen solchen Equidenpass. Wenn man ein Pferd ohne kauft, was gar nicht gehen dürfte, sollte man schleunigst die Finger davon lassen. Es gibt auch immer Listen, wo Besitzer eidesstattlich bestätigen müssen, wenn ein Pass abhanden gekommen sein sollte. Somit dürften auch keine 2 gleiche im Umlauf sein. Eine Person, welches ein Fohlen züchten möchte, muss sich als Züchter beim Zuchtverband anmelden und bekommt automatisch alle Informationen und Papiere zu geschickt.

Die Farben der Abstammungspapiere

Rot:

Alle Pferde mit einem Abstammungsnachweis Dt. Reitpferd und Schweres Warmblut aus einem Hauptstutbuch, Stutbuch und Vorbuchstuten, die von einem in das Hengstbuch I des Verbandes, eingetragene Hengste stammen.

Grün:

Abstammungsnachweis Kaltblut aus dem Hauptstutbuch, Stutbuch- oder Vorbuchstuten, die von einem in das Hengsbuch I des Verbandes eingetragene Hengste stammen

weiß

Geburtsbescheinigung für Fohlen von im Hengstbuch I des Verbandes eingetragenen Hengstes und aus nicht im jeweiligen Zuchtbuch eingetragenen Stuten, sowie für Fohlen von im Hengstbuch II eingetragenen Hengsten.

Ausstellung einer Geburtsbescheinigung

Diese Ausstellung erfolgt dann, wenn die Bedingungen für einen Abstammungsnachweis nicht erfüllt sind, aber folgende Voraussetzungen gegeben sind:

  • mindestens der Vater muss im Jahr der Bedeckung in eine entsprechende Abteilung des Hengstbuches eingetragen sein oder spätestens im Geburtsjahr des Fohlens eingetragen werden.
  • Die Abfohlmeldung ist ordnungsgemäß ausgeführt, bestätigt und hat zur Vorstellung des Fohlens vorgelegen
  • Die Identifikation des Fohlens bei Fuß der Mutter ist durch den Zuchtleiter oder seines Beauftragten erfolgt oder anderweitig gesichert.

Wie werden die Abzeichen in die Graphik eingezeichnet?

Vielleicht ist euch schon aufgefallen, dass in der Grafik verschiedene Farben verwendet werden, was wie eingezeichnet wird, erfahrt ihr jetzt.

Mit Rot werden weiße Abzeichen umrandet, gescheckte Flächen werden schattiert und weiße Flächen gerahmt. Die Pigmentlosen Flächen, wie es bei Albinos ab und zu vor kommt werden gerahmt und ausgemalt. Die Stichelhaare werden in Strichform so gezeichnet, wie diese am Pferd aussehen. Der Kaltbrad wird mit rot gekennzeichnet.

Mit schwarz werden der Heißbrand mit Form und Zahlen eingemahlt, die Wirbel werden mit einem schwarzen X gekennzeichnet und Narben erhalten einen Pfeil. Muskeldellen werden schwarz ausgemalt, die Kastanien schwarz gerahmt und eventuell vorkommende Zebrastreifen werden schwarz eingezeichnet. Und jeder Tierarzt hofft immer das es nicht zu viel von allem ist. 🙂

Der Fohlenbrand wird am linken Hinterschenkel vermerkt. Die alten Nummernbrände und bei manchen Rassen auch noch üblich, vor allem in anderen Ländern wird au der linken Halsseite eingetragen, aber nur die fortlaufende dreistellige Nummer. Der Chip und dessen Nummer wird ebenfalls heutzutage dort vermerkt.

Wer braucht einen Microchip oder einen Nummernbrand?

Alle Pferde, die das Bundesland verlassen wollen, Zuchtpferde und Turnierpferde, die an Turnieren der Kategorie A + B teilnehmen wollen, benötigen einen Nummernbrand oder einen Chip. Wer sein Pferd nur Chipen lässt und auf einen Brand verzichtet, benötigt ein Lesegerät, um jederzeit den Chip auslesen lassen zu können.

Das war jetzt eine ganze Menge Informationen zu den einzelnen Bastandteilen wie Grafik, Farbe und Erhalt eines Passes. Ich hoffe wir konnten euch einen kleinen, verständlichen Einblick geben. Wenn ihr Fragen habt, dann raus damit.

In der nächsten Woche erhaltet ihr einen Einblick über die Thematik Zuchtbescheinigung und

 

Infos zum Chip und der Registrierung erhaltet ihr auch bei der FN. Dort sind auch alle Formulare zu finden. Hier entlang 

3 Kommentare

  1. „Wer sein Pferd nur Chipen lässt und auf einen Brand verzichtet, benötigt ein Lesegerät, um jederzeit den Chip auslesen lassen zu können.“

    Hast du eine Quelle dafür?
    Ich dachte diese Regelung gilt nicht mehr.
    Ich kenne auch niemanden der privat ein Chiplesegerät hat, um es beim Transport seines Pferdes mitzuführen. Gut, das sagt ja erstmal nichts über die Existenz dieser Regelung aus. Wo kein Kläger da kein Richter und so…

    1. Ich habe die Quelle genutzt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und die Unterlagen der Ausbildung. Aber du kannst Recht haben. Tierärzte und die Beauftragten der Zuchtverbände haben ein solches Lesegerät. Das kann sein, dass die Regel sich verändert hat. Die Info habe ich noch aus der Zeit, als das eingeführt wurde.
      Danke für deinen Hinweis. Ich prüfe das mal. LG

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