[Montagsserie]Longieren des Pferdes Teil 1: Voraussetzungen/ äußere Begebenheiten

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Longieren

Zu der täglichen, abwechslungsreichen Arbeit mit dem Pferd gehört neben der Dressur, der Gymnastik auch das Springen und die Longierarbeit.

Man sollte auf bestimmte Voraussetzungen achten, um Verletzungsgefahren und unnötigen Stress zu verhindern.

Voraussetzungen

Longierplatz:

Allgemein muss der Longierplatz einen Mindestdurchmesser von 12m vorweisen. Der Boden des Longierplatzes sollte griffig, rutschfest, eben und nicht zu tief oder zu hart sein. In der Regel sollte der Sand zwischen 5-7 cm haben und der Untergrund darunter sollte nicht rutschen. Ein schlechter Boden und ein zu enger Zirkel/ Platz wirken sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit der Pferde aus. Es kann zu Schäden am Bewegungsapparat, durch die Scherkräfte in der Rotationsbewegung führen und zu Problemen mit der Muskulatur, durch Verspannungen und Zerrungen.

Der Longierplatz sollte begrenzt sein. Ein älteres Pferd was das Longieren kennt, kann auch mal ohne Begrenzung longiert werden, wenn es zum Beispiel an der Doppellonge gearbeitet wird. Damit kann das Pferd die Begrenzung nicht als Anlehnung nutzen und der Longenführer kann die Reitbahn komplett verwenden und wandern. Dies schont dann auch den Boden. Bei einem jungen Pferd empfehle ich aber auf jeden Fall einen geschlossenen Longierzirkel. Hat man dies nicht, kann man auch die Halle oder den Platz an der offenen Seite in Form eines Halbkreises absperren. Dies ist deshalb von Bedeutung, da das Pferd sich an der Begrenzung orientieren kann und der Longenführer nicht so stark mit der Longe einwirken muss, um das Pferd auf dem Zirkel zu behalten. Junge, unausbalancierte Pferde suchen die Anlehnung zur Bande und es besteht sonst die Gefahr, dass sie einfach geradeaus laufen wollen. Insgesamt sollte die Umrandung des Platzes mind. einen Meter hoch sein, damit das Pferd dich auch als diese wahrnimmt. Des Weiteren dürfen keine Ecken und Stifte, Nägel oder sonstige scharfe Kanten nach Innen überstehen. Sonst besteht Verletzungsgefahr.

Zur Pflege und Erhaltung des Bodens sollte dieser regelmäßig begradigt und der Pferdekot beseitigt werden.

Stoppelfelder, klitschnasse, gefrorene oder mit Eis bedeckte Wiesen und durchgeackerte Flächen sind also gänzlich ungeeignet. Allerdings sollte man auf einer Anlage mit drainagierten Untergründen Acht geben. Dort ist das Longieren in der Regel verboten, weil man sonst den teuren Untergrund zerstört und die Drainage unbrauchbar macht. In so einem Fall steht aber meistens ein Platz zum Longieren zur Verfügung.

Das Longieren in einer Reithalle (20m x 40m) mit mehr als zwei Reitern ist aus Sicherheitsgründen verboten. Dasselbe gilt, wenn mehr als drei Sprünge verteilt stehen. Dann scheitert es nämlich schon am Platz.

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Vor- und Nachteile eines Longierzirkels /-Halle:

Das ist, wie der Name schon sagt ein Zirkel, welcher mit einem Zaun oder einer Bande umrundet ist und sich durch ein Tor öffnen lässt. Er kann offen oder überdacht sein. Dieser muss ein Mindestmaß von 16 m Durchmesser haben. Der Vorteil ist die äußere Begrenzung und der Runde Verlauf. Das Pferd kann den Kopf nicht in die Ecken stecken, was zum Anlongieren oder Anreiten von wichtiger Bedeutung ist. Ein unerfahrenes Pferd oder ein Reiter, welcher kein Profilongierer ist profitieren ebenfalls davon, weil der Longenführer nicht ständig dazu neigt zu viel Zug auf die Longe zu bringen, um das Pferd auf der Zirkelführung zu behalten. Die Pferde können nicht weg und wenn eines doch Mal komplett außer Kontrolle gerät, wird es auch bald anhalten, weil es ja nur ringsherum kann. Nachteil ist, dass der Reiter nicht so gut in der Linienführung variieren kann. Er kann nicht mal den Zirkel verschieben oder das Pferd fünf Meter geradeaus gehen lassen.

Befindet man sich in einer geschlossenen Longierhalle ergibt sich daraus ein Vorteil, der  auch gleichzeitig ein Nachteil sein kann. Ein Vorteil ist die Wetterunabhängigkeit. Ein Nachteil ist, dass die Pferde vor Außenreizen abgeschirmt sind und das Geräusch nicht zuordnen können. Dies könnte zu ängstlichen Reaktionen führen. Sie sind aber weniger abgelenkt, als wenn der Platz offen ist.

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Vor- und Nachteile eines Reitplatzes/-Halle:

Diese ergeben sich aus den Vor- und Nachteilen vom Longierplatz/-Halle. Hier ist es genau umgedreht. Man hat zwar keine geschlossene Bande, kann aber in der Halle wandern und den Zirkel dabei verschieben oder den Platz für die Arbeit an der Doppellonge in vollem Umfang nutzen. Allerdings bremst die Halle Pferde frühestens nach 40m an der Bande, wenn man Glück hat. Hier ist nämlich viel Platz zum Austoben. Will man eine Begrenzung, muss man die offene Seite absperren.

Es ist also jedem selbst überlassen was er wählt. Oft gibt es auch die Anlage des Stalles vor. Seine eigenen Fähigkeiten und die der Pferde sollte man sich vor Beginn des Longierens klarmachen und alle notwendigen Maßnahmen treffen oder jemandem um Rat fragen oder um Hilfe bitten. So lassen sich Gefahren und unnötige schlechte Erfahrungen vorbeugen.

Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, ist aber nicht immer alles Gute beisammen. Ich habe Bilder gewählt, bei der die Umgebung nicht perfekt ist, weil es in der täglichen Arbeit manchmal nicht anders geht. Der Matschplatz und die Wiese sind eher ungeeignet. Der Untergrund ist uneben und ohne Umzäunung. In der Halle sieht man eine dünne Absperrung, die entspricht nicht dem, wie man es sich wünschen würde. Das Pferd kannte das Longieren jedoch schon und es war nur noch zur Sicherheit aufgebaut. Es sollte schnell abzubauen gehen. Hier geht es nur um das Prinzip, damit man sieht, was ich mit der Absperrung meine. Der Reitplatz hat eine ordentliche Umzäunung und ist groß genug. Dies ist die beste Variante unter den hier sichtbaren.

Im Teil Zwei erfahrt ihr dann welche Ausrüstung benötigt wird. Die Hilfszügel werden einen eigenen Beitragt bekommen.

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