Teilnehmer

[Lehrgang Trainer B Jule 2.- 12.04.17] Meine Vorbereitungen und die Erlebnisse der Woche

Veröffentlicht von

Vorbereitung:

Heute erfahrt ihr alles zu meinem Projekt: Dieses Jahr absolviere ich meinen Trainer B im Reiten.

Hallo ihr lieben,

bevor ich zu meinem eigentlichen Lehrgang komme, möchte ich euch die ganzen Vorbereitungen zum Trainer nicht vorenthalten. Es bedarf einer Menge Zeit und auch Investitionen, um die ganzen Bedingungen für die Zulassung zu erfüllen.

Stadt Einfahrt in Neustadt Dosse
Gedenktafel
Poesie, Poetin

Ich als Reiter benötige:

  • Bescheineigung, das man im Verein angemeldet ist,
  • Vollendung 18 LJ
    erweitertes polizeiliches Führungszeugnis max 6 Monate alt.
  • Nachweis Trainer C Reiten, Breitensport oder Pferdewirtschaftsmeister Z/H
  • Reitabzeichen IV, alt III; ich Reiterpass
  • 4 Platzierungen in mind. 2 Disziplinen in Klasse A oder 2 in L, wenn Leistungssport absolviert wird
  • Nachweis einjährige Ausbildertätigleit nach Absolvierung von C
  • 5 Mentoreneinheiten
  • Vorbereitungsseminar Trainer B

Für das Pferd wurde benötigt

  • Impfnachweis
  • Tierhalterhaftpflichtnachweis
  • Ärztliche Diagnostik maximal 3 Tage alt

Diese Unterlagen sammelte ich mir zusammen. Ich beantragte auf der Stadt das Führungszeugnis im Januar. Bei der FN ließ ich mir den Nachweis über all meine Platzierungen schicken und mein Verein stellte den Nachweis über das Unterrichten aus. Im November habe ich dann 2 Mentoreneinheiten bei Sybille Bubenike in Leipzig absolviert. Die Trainer, die solch ein Mentoring absolvieren dürfen, müssen den Trainer A besitzen und in der Mentorenliste des Landesverbandes aufgenommen sein. Dort mussten dann wieder Formulare ausgefüllt werden. Bei dem Mentoring schaute ich Sybille über die Schulter, wie sie ihr Training gestaltet und auf was es im speziellen ankommt. Probleme wurden besprochen und Trainingshinweise erarbeitet. Anfang Dezember habe ich in Neustadt/ Dosse das Vorbereitungsseminar zum Trainer B absolviert. Ich würde jedem empfehlen, diesen dort abzulegen, wo er auch plant, seinen Lehrgang absolvieren zu wollen. Jeder Betrieb bzw Landesverband hat so seine eigene Art die Vorschriften umzusetzten. In diesem Lehrgang musste ich Vorreiten und Unterrichten, dann gab es noch den ein oder anderen Hinweis und ein paar Erläuterungen zum Ablauf und zu Formellen Geschichten. Dort wurde mir bescheinigt, dass ich Trainer B Leistungssport absolvieren dürfte. Wenn dort das OK nicht gegeben wird, hat sich die Teilnahme fast erledigt. Bei diesem Vorbereitungslehrgang, wurden nochmal 3 Mentoreneinheiten anerkannt.

Nachdem ich alles zusammen hatte war es dann doch schon Mitte März. Finanziell war das auch ordentlich. Das Vorbereitungsseminar lag etwa bei 150 €, da ich och in der Mühle übernachtet hatte, kamen nochmal etwa 40 € hinzu. Für das Mentoring müsst ihr mit 25 € pro Stunde rechnen, ich habe damals glaube ich 20 € gezahlt, also 40 € gesamt. Der Antrag bei der FN wurde mit 25 € in etwa berechnet und das Führungsszeugnis etwa 15 €. Insgesamt sind dann schon vor dem eigentlichen Lehrgang etwa 230€ zu investieren gewesen. Holla.

Der Trainer kostet dann mit Prüfungsgebühr und Schulpferd oder eigenem Pferd und Unterkunft im Gestüt, so um die 950 €. 150€ müssen jedoch angezahlt werden. Das ist also eine stolze Summe.

Richtung Reitschule
Tribüne Paradeplatz
Gestüt in Sicht

Der Trainer B Lehrgang

Montag sollte der Lehrgang Mittag beginnen, da Bine mich gefahren hatte und am Montag ja arbeiten musste, sind wir bereits am Sonntag Mittag losgefahren. Samstag haben wir unser Sattelzeug noch geputzt und da wir in den letzten Wochen so viel Kritik mit Hiro bekommen haben, haben wir eingeplant, dass ich eventuell ein Schulpferd in Anspruch nehmen muss. Also packte ich auch meine ganze Springausrüstung mit ein. Dort sind ja traumhafte Bedingungen und den Springplatz wollte ich unbedingt testen.

Sonntag

Früh trafen wir uns zum Frühstück, packten den ganzen Rest ein und los ging es. Die Fahrt war reibungslos von statten gegangen und so waren wir bereits gegen 15 Uhr in Neustadt. Hiro durfte an dem Tag sogar noch aufs Paddock, sich ein bisschen im Innenhof umgucken und Beine vertreten. Sonst lief an dem Sonntag nicht mehr viel. Unser Sattelzeug wurde in einer Sattelkammer verstaut. Extra für Lehrgangsteilnehmer.

Mama guck mal
Trakehner in Neustadt
Innenhof Reitschule

Am Montag

Morgens früh um 6.00 Uhr bin ich dann freiwillig mit in den Stall gegangen zum Misten. Es macht so einen Spaß Stall zu machen. Man merkt da erst wieder, was mir eigentlich bei der täglichen Arbeit fehlt. Um 7 waren wir fertig und ich bin in die Geschäftststelle gegangen um die Abrechnung zu machen. Um 13 Uhr begann dann der Lehrgang. Erst haben wir und vorgestellt und noch Formalitäten erledigt.Wir waren 7 Prüflinge und 2, die den Lehrgang ohne Abschluss mit machten. Es kam raus, dass ich kein Trainer B Leistungssport absolvieren darf, sondern nur Breitensport, da mein Trainer C im Westernreiten statt fand. Ich war darüber sehr traurig. Mir wurde aber ganz doll, von Lehrgangsleiter Henning Müller und Jörg Ladwig, gepredigt, dass der Breitensport den gleichen Stellenwert hat wie Leistungssport und wir auch auf Niveau im A/L Bereich arbeiten . Das stimmte mich nicht gerade besser. Aber so war auch ein wenig Druck raus. Nach dem theoretischen Teil, haben wir unsere Pferde dann geritten und wurden begutachtet. Natürlich war der erste Satz, dein Pferd ist aber fest. Ja, Danke ist mir klar. Der hatte sich benommen wie ein Arsch und ist sogar in die Luft gesprungen. Abend folgte dann das Fütter und Hiro durfte nicht auf Koppel. Sein Kumpel Fuderich war auch dabei.

Der Dienstag

begann wieder mit Stalldienst um 6, dann folgte die Unterrichtserteilung und das Reiten und nach dem Mittagsstall und der Pause am Nachmittag Theorie. Abend stand dann wieder Stalldienst auf dem Plan und wir stellten dann unsere Pferde noch auf Koppel. Sie nannten es Paddock, hatte jedoch die Größe einer Koppel. Hiro ging an sich nicht schlecht, außer das er wieder fest war. Also so wie immer.

 

Juhuuuu
Fuderich Fellpflege
Hiro Koppeltag

 

Mittwoch

war der bescheidenste Tag des ganzen Lehrganges. Nach der Unterrichtseinheit am Morgen, sagte Jörg dann zu mir, dass Hiro mich nicht gut aussehen lasse, weil er sich im Rücken so festhält und das wäre zur Prüfung ungünstig. Deshalb, sollte ich ein Schulpferd nehmen. Den Lord Ped hatte man für mich raus gesucht. Eigentlich hatten wir ja im Vorfeld schon damit gerechnet, aber wegen der Breitensportgeschichte war ich dann doch enttäuscht. Allerdings war es auch gut, so konnte ich die ganze Anlage mit Hiro nutzen: das tolle Gelände, die wahnsinnig schöne Vielseitigkeitsstrecke und den tollen Parcours. Lord Ped war wohl auch nicht so verkehrt, sagte man mir und ich würde positiv überrascht sein. Am Nachmittag stand neben der Stallarbeit noch Theorie auf dem Plan und in unserer Gruppe gab es irgendwie Reibereien und es war eine komische Stimmung. Hiro und Fuderich, sowie zwei weitere Pferden brachten wir auf Kopple. Ich war so schlecht gelaunt, dass ich Abend voller Enttäuschung und Wut im Bauch noch eine Runde Laufen war. Dies habe ich auch gleich verbunden und unsere Pferde wieder rein geholt. Anschließend gingen wir zu Dritt noch Pizza essen. Wir das waren Nadine, Tjaard und ich. Wir waren auch die einzigen, die im Gestüt übernachteten, der Rest fuhr immer nach Hause.

Donnerstag,

war ich dann schon etwas besser gestimmt. Früh stand Theorie auf dem Plan mit der Thematik Pädagogik und Fähigkeiten des Reiters für das Reiten usw. Nach dem Mittag fand dann die Unterrichtsfrequenz statt. Lord Ped überzeugte in ganzer Linie. Das ist ein Pferd wahnsinn. Er ist etwa 175 cm groß und hat „nur“ eine Grundausbildung auf L Niveau. Er ritt sich fantastisch. Anfangs drückte er noch gegen den rechten Schenkel, aber zur Prüfung war das Problem geklärt. Er ließ sich traumhaft sitzen und deckte mich sehr gut ab. Er gab mir ein sehr gutes Gefühl. Bei mir hatte es auch Klick gemacht. Ich wusste jetzt wieder was sie meinten und wohl auch Janett, mit der Genickkontrolle. Theoretisch weiß man es ja, aber das Gefühl in der Praxis ist was anderes. Hiro ritt ich dann am Abend noch auf dem Platz. Tjaard half mir, auf den richtigen Weg zu kommen und Jörg sagte nur:“komisch kaum ist das Pferd aus der Prüfung raus, läuft er wieder anständig“. Als ich dann zu Tjaard glücklich sagte:“Ich habe meinen Hiro wieder.“ antwortete er nur so:“oder Hiro seine Jule.“ worauf hin Jörg feixte und nur sagte:“besser hätte ich es nicht ausdrücken können“. Ich war wieder glücklich.

Der Freitag

verlief nach dem selben Schema. Früh war nach dem Stall Unterrichtserteilung mit Reiten und Nachmittag eine kurze Theorieeinheit und Zeit die Stallthemen zu besprechen. Wir bekamen auch einen Einblick in die Arbeit mit der Sitzübung an der Longe. Dies war sehr Interessant. Mit Hiro bin ich dann auf die Vielseitigkeitsstrecke gegangen und wollte mal testen, was so geht. Tjaard kam dazu und unterstützte mich dabei. Hiro war gar nicht zu bremsen und so übten wir ersteinmal Kontrolle zu behalten. Hiro machte es richtig gut und so hatten wir einen sehr guten Tag, welcher auch gleich mit einem Stadtbummel in Kyritz endete. Dort war aber auch nicht mehr los als in Neustadt. Man ist in der Gegend von der Außenwelt abgeschottet.

Nachbarort
Kyritz

Am Samstag

Früh sind wir dann in die Besamungsstation gegangen und haben uns angeschaut, wie die Bestimmung und Portionierung des Spermas funktioniert. Den Hengststall durften wir auch besichtigen. Dort stand ein Traum von Hengst in der Box. Hätte ich eine Stute, wäre er der Auserwählte. Die Rede ist von Captain Olympic. Auch Quaterback durften wir bestaunen. Quaterman ging sogar zur Prüfung mit. Nach der Besichtigung, sind wir dann unsere Pferde locker geritten. Erst habe ich Lord Ped geritten und dann Hiro im Parcour unter Aufsicht gesprungen. Am Nachmittag wahr dann Lehrgangspause bis Montag Früh. Wir haben den Stalldienst über die Zeit übernommen. Am Nachmittag sind wir mit den Pferden dann spazieren gegangen , weil die Koppeln gedüngt wurden und somit nicht mehr nutzbar waren.

 

Lord Ped im Springsattel
Berg
Vielseitigkeit
Hiro und Fuderich

 

Sonntag

hatten wir dann Stalldienst und die Gestütspferde Pause. Da wir keine Koppeln hatten sind wir mit den Pferden erst ein wenig auf den Platz gegangen und haben gearbeitet und später sind wir noch eine Schrittrunde ins Gelände gegangen Dort haben wir auch den einen Sprung gefilmt. Auch fürs Laufen hatte ich mir noch Zeit genommen. An dem Abend musste ich auch noch etwas lernen, schließlich stand für Montag bereits die Klausur auf dem Plan.

Hiro Dessur
Koppel
Wall
Reitplatz

Der Montag

war komisch, da nach dem Reiten und unterrichten am Morgen noch für den Nachmittag die Klausur anstand. Im Team gab es auch wieder Unruhen, weil es noch weitere Pferdeänderungen gab und ein Teilnehmer sich nicht damit abfinden wollte. Das Training an sich war gut. Die Klausur lief so lala. Ich hatte zu allem etwas hin geschrieben und das für die Zeit möglichst umfangreich. So wie am Dienstag bekannt wurde wohl auch nicht ganz schlecht. Hiro ging am Montag nochmal Dressur. So richtig klappte es aber nicht. Nadine gab mir Training. Hiro sah aber nicht ein, dass ich mal „hart bleibe“ und auf Hilfen und deren Umsetzung bestehe und nicht erst fünf mal Anfrage.Also setzte sich Nadine hoch und klärte das für mich. Hiro wusste damit das es Ernst wird und ging dann auch bei mir viel besser.

Dienstag 

haben wir dann ein letztes Mal geritten und sind den Unterricht durchgegangen. Die Planung musste abgegeben werden zur Benotung. Jetzt gingen nur noch 2 eigene Pferde mit, der Rest wurde durch Schulpferde ersetzt. Nachmittag bereiteten wir dann alles auf die Prüfung vor, putzten Sattelzeug und flechteten die Pferde. Ich ritt Hiro Mittag nur ein wenig Dressur, da Biene mich besuchte und ihn auch gern reiten wollte. Dies tat sie dann auch. Am Abend waren wir dann noch einmal in der leckeren Pizzeria Essen.

Mittwoch: Der Prüfungstag

Früh haben wir alle Stall gemacht, bis auf die üblichen Ausnahmen und uns dann seelisch und moralisch auf die Prüfung vorbereitet. Ein Teilnehmer wurde noch, wie am Vortag Angekündigt empfohlen nicht zur Prüfung anzutreten aus den verschiedensten Gründen, welche er selbst verbockt hatte. Diesem Rat folgte er und so sind wir nur zu 6. in die Prüfung gegangen.Ich musste zuerst Reiten und wurde von Wendy unterrichtet. Anschließend habe ich Wendy unterrichtet. Es lief erstaunlich gut, besser als erwartet Lord Ped präsentierte sich und mich sehr gut und drückte auch nicht gegen den rechten Schenkel und auch die mündliche Reflexion passte auf Anhieb. Nach kurzer Pause wurden wir dann mündlich geprüft, was mir gut gelang und bei Unklarheiten anderer Teilnehmer war ich auch Aussagefähig. Das lief wie geschmiert. Die letzte Prüfung war das „Stallgassenthema“, bei dem es um die pädagogischen und Didaktischen Fähigkeiten ging Schülern etwas bei zu bringen. Das ging mit kleineren Abstrichen auch recht gut. Dann hieß es Bangen und warten. Es lief für alle Teilnehmer recht gut und so waren wir optimistisch, dass wir alle bestehen würden. Und so kam es auch. Alle Bestanden und sogar 4 mit der Möglichkeit zur Auszeichnung Also Plakette. Da gibt es Voraussetzungen, welche noch erfüllt werden müssen. Das erfahren wir aber schriftlich. Denn ich bin eine davon und das hätte ich nie erwartet oder zu träumen gewagt. Wir haben auch alle eine Empfehlung ausgesprochen bekommen, den Trainer A zu absolvieren. Das wird bei mir aber nicht der Fall sein.

Nach dem Anstoßen haben wir dann Sachen gepackt und sind gegen 14.00 Uhr in Richtung Heimat aufgebrochen.

Lord Ped Prüfung

Ein besonderer Dank geht nicht nur an Jorg und Henning vom Gestüt, sonder auch an Nadine und Tjaard, die mich nicht nur mit Hiro so unterstützt haben. Danke, Danke, Danke, Ihr seit toll. Nadine gibt auch Training in der Nähe vom Bodensee. Wer also Lust hat. Auf geht’s.

Allen Teilnemhern gratuliere ich natürlich auch noch und Danke euch fürdie schöne Zeit. Ich muss sagen ich vermisse Neustadt schon ein bisschen.

Und so kommt es nun, dass wir uns alle Trainer B Reiten nennen dürfen. Unfassbar.

Teilnehmer
Alle Prüflinge bestanden

Gratulation an:

Wendy
Nadine Fischer
Tjaard Wies
Franziska Papke
Frederike Eggersmann

Heimweg Mörchen

Hier noch ein paar Eindrücke auf dem Foto und per Video

Auf dem Video seht ihr das Gestüt, Hiro im Dressurtraining und die gigantische Vielseitigkeitsstrecke.

Fotogallery

Blick auf die Vielseitigkeitsstrecke
Geländestrecke
Innenhof Reitschule
Schmusepeter
Paddock
Neustadt Dosse weg in die Stadt
Stadt Richtung Gestüt
täglicher Weg zwischen Haupt- und Landgestüt
Gestüt in Sicht
Gestütsmauern
Mittagsschlag
Hiro schaut schon mal
Hiro und Fuderich
Jungpferdekoppel
Die Jungen
Koppel
Die Koppel der Jungen
Aus dem Fenster Innenhof Landgestüt
Tribüne Paradeplatz
Das Gestüt

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 − fünf =

*