Pferdeauge

[Tagebucheintrag Claudia] Auf Wiedersehen Dragon!

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Hallo ihr lieben,

es ist ander Zeit, dass ich es euch endlich erzähle. Und zwar wurde Dragon verkauft :-(.

Ehrlich gesagt, ist er bereits seit 2 Monaten und 2 Tagen bei seiner neuen Familie im Schwarzwald. Ich habe ihm am 26. August zu seiner neuen Familie gebracht. Die ersten Wochen war ich zu traurig und konnte es euch nicht erzählen. Und dann kamen so viele aktuelle Themen, dass ich nie dazu kam, euch die Neuigkeit mitzuteilen.

Ich hatte mir ausgemalt, wie dieser Beitrag aussehen soll. Er sollte die beiden letzten Jahre von Dragon und mir zusammenfassen und euch noch mal zeigen, was wir alles zusammen erlebt haben. Dafür wollte ich auch noch ein schönes Video zusammenschneiden. Nur habe ich im Moment einfach die Zeit nicht. Denn dieser Beitrag soll dann auch etwas ganz besonders sein. Er wird auch noch kommen, das verspreche ich euch. Nun nicht so schnell. Denn ich will ihn wirklich in Ruhe machen und werde länger brauchen, als für alle anderen Beiträge. Denn ich brauche Pausen, in denen ich mich wieder sammeln kann.

Warum ich euch diesen Beitrag jetzt schreibe liegt daran, dass es gibt viele weitere Neuigkeiten die ich euch bald berichten werde. Und dafür ist es notwendig, dass ihr zumindest schon mal wisst, dass Dragon nicht mehr da ist.

Seit Dragon verkauft ist reite ich den vierjährigen Don Camillo, ein Westfalenwallach und seit etwa einem Monat den vierjährigen Tok. Mit Don bin ich in der Zeit auch schon Turniere geritten. Den Turnierbeitrag vom Geländeturnier in Gravenbruch und den Turnierbeitrag vom Vereinsturnier in Ober-Ramstadt schulde ich euch auch noch. Auch Tok möchte ich euch noch in einem Beitrag vorstellen. Auch er ist ein Verkaufspferd, für den bereits die ersten Interessenten da waren.

Doch Dragon ist und bleibt für mich ein ganz besonderes Pferd.

Ihr fragt euch sicher, warum ich Dragon nicht verkauft habe.

Hierfür gibt es mehrere Gründe. Doch der wichtigste Grund ist, dass ich mir ein eigenes Pferd einfach nicht finanzieren kann. Es ist nicht allein der Kaufpreis, den ich vielleicht irgendwie aufbringen könnte, sondern die regelmäßigen monatlichen Kosten. Für viele von euch ist das wahrscheinlich kein akzeptabler Grund. Ihr denkt euch jetzt bestimmt: „Wenn sie es hätte wirklich gewollt, hätte sie einen Weg gefunden“. Doch wenn ich mir ein Pferd kaufe möchte ich auch, dass es ihm an nichts fehlt und ich mir sicher sein kann, dass mich auch eine Tierarztrechnung nicht aus der Bahn wirft.

Ein anderer Grund ist, dass Dragon ein Freizeitpferd ist. Ich bin ihn zwar auf Turnieren geritten, aber das war auch im Hinblick auf einen eventuellen Verkauf in ein paar Jahren. Und mir hat es auch immer sehr viel Spaß gemacht. Doch wenn man ehrlich ist, ist Dragon kein Sportpferd.

Dragon war wegen der Turniere nicht gestresst und auch gesundheitlich war es für ihn nie ein Problem. Aber von der Veranlagung her und von seinem Körperbau auch einfach eher ein Freizeitpferd.

Ich hatte auch darüber nachgedacht wie es wäre, wenn Dragon mein Pferd wäre und ich nicht mehr auf Turnieren reite. Und für Dragon hätte ich es sogar gemacht. Doch ich glaube, da wären wir beide nicht glücklich geworden. Denn Dragon hätte gemerkt, dass mir das Turnierreiten fehlt. Auch springe ich ja sooo gerne und Dragon ist nun leider kein Springtalent, obwohl er sich unglaublich viel Mühe gegeben hat. Aber wahrscheinlich hätte ich aber auch darüber hinwegsehen können, wenn ich das Geld gehabt hätte und eine andere Lösung gefunden.

Doch vielleicht sollte es so sein. Viele von uns haben ja „Ostwind – Aufbruch nach Ora“ im Kino gesehen. Als ich Dragon in seinem neuen Zuhause verabschiedet habe, fühlte ich mich genau wie Mika – manchmal muss man den, den man liebt gehen lassen.

Und glaubt mir, ist es mir nicht leichtgefallen und ich habe viel geweint. Während meines letzten Rittes, bei dem Dragon noch einmal richtig schön lief, war ich unglaublich taurig und mir kullerten bereits während des Reitens die Tränen, den Tag vor seiner Abreise habe ich noch lange in seiner Box gesessen und auch am Tag, als wir ihn weggefahren haben, war ich früher im Stall, damit ich noch die restliche Zeit bestmöglich mit Dragon verbringen konnte. Ich mein, es ging auch alles sehr schnell. Zwischen dem Schalten der Verkaufsanzeige und der Fahrt in sein neues Zuhause vergingen gerade mal 9 Tage.

Der einzige Trotz ist seine neue Familie. Denn ich mag die neue Besitzerin sehr gerne und habe auch ihre Reitlehrerin kennengelernt. Denn auch sie ist Dragon Probe geritten und es klappte wirklich toll!

Dragon wohnt jetzt am Rande des Schwarzwaldes und darf Freizeitpferd sein. Die neue Besitzerin möchte mit ihm viele schöne Stunden gemeinsam im Gelände verbringen und gemeinsam mit ihm die Seele baumeln lassen.

Erst letzte Woche hat sie mir Bilder von Dragon geschickt und gesagt, dass es ihm sehr gut geht. Er hat zugenommen und genießt die Zeit auf der Koppel. Sie selbst verbringt auch viel Zeit mit ihm und ist glücklich, dass sie sich für Dragon entschieden hat.

Ich werde Dragon immer vermissen, freue mich aber, dass er ein so schönes Zuhause gefunden hat. Dragon wird bei mir immer einen Platz in meinem Herzen haben. Denn er war Liebe auf den ersten Blick und mein persönliches Seelenpferd. Ich glaube es wird schwer jemals wieder ein Pferd zu finden, dass mir so viel bedeutet. Und wenn es nochmal geschehen sollte, ist es mir hoffentlich möglich ihn direkt zu kaufen.

Ich werde Dragon aber auf jeden Fall mal besuchen fahren.

 

 

 

 

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